Wahlhelferin Klara Sandbothe ein  Urgestein
Bild: Detlef Peter Jotzeit
Im Wahllokal 21 in Ahlen (Feuerwache Süd) hat das Team alles im Griff (v. l.) Daniela Neumann, Naime Aksit, Brigga Kazmierczak, Wahlhelfer-Urgestein Klara Sandbothe, Lena Lambrecht, Norbert Schwemmer und Christian Roßbach.
Bild: Detlef Peter Jotzeit

Auch am Sonntag ist Klara Sandbothe wieder mit von der Partie. Diesmal sitzt sie allerdings zum ersten Mal in der Feuerwache Süd (Wahllokal 21).

Aus der anfänglichen Pflicht sei längst eine ehrenamtliche Aufgabe geworden, sagt die engagierte Bürgerin und wirft einen Blick zurück. Am 18. Januar 1965 sei sie bei der Stadtverwaltung in Ahlen angefangen – damals im Steueramt. Von da an sei sie bis zu ihrem Ruhestand im Februar 2007 zu jeder Wahl „abgeordnet“ worden. „Im Gegensatz zu einigen Kollegen hat mir das immer viel Spaß gemacht“, sagt die ehemalige Verwaltungsangestellte. Das sei auch noch heute der Fall. Die Aufwandsentschädigung von 25 Euro und die Tafel Schokolade vom Bürgermeister spielten dabei keine Rolle.

Sie habe sich immer stark engagiert, so Sandbothe. Für sie sei es daher selbstverständlich gewesen, sich als Bürgerin einzubringen, unter anderem als Wahlhelferin. Zumal gerade in diesem Bereich freiwillige Kräfte fehlten. Ihr Appell daher: „Mitmachen.“ Es sei interessant, so eine Wahl ganz direkt mitzuerleben.

„Im Wahllokal herrscht eine tolle Atmosphäre“, beschreibt die Seniorin ihre Erfahrungen. Besonders gerne habe sie in Vorhelm gesessen. „Nur nette Leute“, schwärmt sie. Einige hätten sogar Kaffee und Süßes für die Helfer vorbeigebracht. Interessant sei dort gewesen, dass es vor und nach dem Gottesdienst regelmäßig im Wahllokal Gedränge gegeben habe. „Wohl alles Kirchgänger“, vermutet sie.

In den vergangenen Jahren habe sie zum Briefwahlteam im Städtischen Gymnasium gehört, berichtet sie. Der direkte Kontakt zu den Wählern habe ihr schon etwas gefehlt, räumt sie ein. Aber das Team sei klasse gewesen.

Ab 18 Uhr geht es richtig rund

„Wir sprechen uns ab, wer wann tagsüber da ist“, beschreibt Klara Sandbothe den Ablauf. Ab 18 Uhr seien alle an Bord, damit die Auszählung zügig über die Bühne gehe. „Dann geht es richtig rund. Jedes Team hat den Ehrgeiz, schnell fertig zu werden“, sagt die langjährige Wahlhelferin. Das sei so eine Art Wettbewerb.

„Meistens hat alles gut geklappt“, so Sandbothe. Doch vor einigen Jahren habe es richtig gehakt. Da habe das Ergebnis nicht sofort gestimmt. „Da wird man nervös“, gesteht sie offen ein. „Gott sei Dank war ich nicht der Wahlvorstand oder die Schriftführerin.“ Die hätten Schweißperlen auf der Stirn gehabt.

Letztendlich habe es doch noch gepasst. „Auch wenn wir die Letzten waren.“ Natürlich hätten einige andere Mitstreiter gelästert, berichtet sie. Aber halt nicht böswillig. Schließlich könne so eine Panne jedem Team passieren.

Sie selbst hat schon vor Wochen gewählt – per Briefwahl. „So hatte ich am Sonntag wenigstens keinen Stress“, erklärt sie. Wichtig ist ihr, überhaupt wählen zu können. Diese Möglichkeit sei in der Demokratie ein kostbares Gut und müsse wahrgenommen werden. „Wer nicht wählt, darf sich später auch nicht beschweren“, lautet ihr Fazit.

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