Warnstreik der IG Metall in Ahlen
Bilder: Jotzeit
Mit Warnstreiks will die IG Metall in der Tarifrunde Druck auf die Arbeitgeber machen. 
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Zuvor hatten die Arbeitnehmer ihrem Unmut bereits Luft gemacht. Auf die „Verzögerungstaktik“ der Arbeitgeber reagierten sie mit einem Warnstreik. Um 13 Uhr legten sie bei den Firmen Haworth, Buschhoff, Geringhoff, Leifeld Metal Spinning, Linnemann Schnetzer Ahlen und Formparts, der Winkelmann-Gruppe mit WPC, Reflex und WMT sowie der Firma Atika die Arbeit nieder.

Mit roten Fahnen und Schildern ausgerüstet, formierten sich die Beschäftigten an der Schmalbachstraße vor den Werkstoren von Winkelmann Powertrain Components (WPC) zum Protestmarsch und zogen mit ohrenbetäubendem Lärm von Trillerpfeifen durch die Fußgängerzone.

„Wir fordern die Abschaffung von Sklavenarbeit und Lohndumping.“ (Beate Kautzmann)
„Setzt Euch endlich in Bewegung und hört auf, die Tarifrunde auszusitzen“, rief Kautzmann die Arbeitgeber zum schnellen Abschluss auf. „Der Warnstreik ist nur der Anfang“, drohte sie auf der Kundgebung. Sollten die Verhandlungen nicht bald zum Abschluss führen, kündigte sie Konsequenzen an. Wenn sich bis zum 21. Mai nichts getan habe, werde flächendeckend gestreikt.

„Die Metall- und Elektrobranche ist in einer starken Verfassung“, begründete Kautzmann die Forderungen der IG Metall nach 6,5 Prozent mehr Lohn. Die meisten Unternehmen verdienten glänzend. 2011 sei das Jahr der goldenen Bilanzen gewesen, so Kautzmann, und auch die Aussichten für 2012 seien überwiegend positiv. „Die Top-Ergebnisse der Unternehmen sind nicht durch Jungfernzeugung oder irgendwelche Zaubertricks zustande gekommen, sondern durch Eure harte Arbeit“, rief Kautzmann den Zuhörern zu. Nun sei es höchste Zeit, dies anzuerkennen.

Eine Lanze für die Leiharbeiter brach am Rednerpult auchTorsten Dockhorn, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bei Winkelmann MSR Technology (WMT). Die Arbeitgeber missbrauchten die Leiharbeit als Dauerinstrument, wetterte er. Das sei unzumutbar. „Bei WMT sind im Bereich der Produktion mehr als 60 Prozent Leiharbeiter beschäftigt“, warf er ein. Damit sei WMT ein Musterbetrieb für den Missbrauch von Leiharbeit.

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