Warnstreik im Rathaus kaum spürbar
Zu der Kundgebung in Bielefeld sind am Dienstagmorgen knapp 100 streikende Mitarbeiter der Stadtverwaltung Ahlen am Stadthallenparkplatz gestartet. Sie protestierten mit mehreren hundert Kollegen aus anderen Städten unter anderem für höhere Löhne.

Knapp 110 der rund 700 Mitarbeiter der Stadtverwaltung sind in den Warnstreik getreten, zu dem die Gewerkschaft Verdi für den Dienstag landesweit aufgerufen hat. Um 7.45 Uhr haben sich die Gewerkschaftsmitglieder auf dem Stadthallenparkplatz getroffen, um von dort zu einer der drei regionalen Kundgebungen im Land zu fahren. Zentraler Treffpunkt von rund 500 Streikenden aus der Wersestadt und der Region war der Ringlokschuppen in Bielefeld. Von dort zogen sie am Mittag zu einer Abschlusskundgebung auf dem Jahnplatz.

Die Stimmung unter den Teilnehmern sei gut, berichtet am Mittag Jutta Schultz, stellvertretende Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Münsterland, per Telefon. Mit dem Warnstreik setze die Gewerkschaft im Vorfeld der nächsten Verhandlungsrunde ein deutliches Zeichen in Richtung Arbeitgeber. Es gehe nicht nur um mehr Lohn für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst, erklärt Jutta Schultz. Sie fürchteten auch um die Zusatzaltersversorgung, die die öffentlichen Arbeitgeber beschneiden wollten. Außerdem kämpfe man dafür, dass junge Leute nach dem Abschluss ihrer Ausbildung auch übernommen würden, um dem Nachwuchsmangel zu begegnen. Die Bereitschaft der Verdi-Mitglieder zum Arbeitskampf sei hoch, sagt die Gewerkschafterin.

Im Ahlener Rathaus ist indes vom Warnstreik wenig zu spüren. Auf den Fluren sei es ruhiger als gewöhnlich, stellt Pressesprecher Frank Merschhaus fest. Viele Bürger seien wohl über den Warnstreik informiert und schöben ihren Behördengang auf. Zum anderen seien etliche Kollegen unter den Streikenden. Dass ein Bürger deshalb unter Umständen vor einer verschlossenen Bürotür stehe, schließt er nicht aus.

Im Bürgerservice läuft der Betrieb normal. Ramona Kallo hat am Vortag von einer Freundin vom Warnstreik gehört, hat aber eine wichtige Meldeangelegenheit zu erledigen. Also zieht sie am Dienstagmorgen an der Info-Theke eine Nummer und nimmt im Wartebereich Platz. Doch kaum sitzt sie, wird sie zur Bearbeitung ihres Falles aufgerufen. Drei Arbeitsplätze sind dort besetzt, zwei Mitarbeiterinnen sind im Warnstreik, eine zur Fortbildung. Doch der Personaleinsatz reicht an diesem Vormittag völlig aus.

Vollständiger Bericht in der Mittwoch-Ausgabe des Ahlener Tageblatts.

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