Wir – die treuen Mitarbeiter von morgen
Bild: Wittmann
Keiner soll verloren gehen, auch nach dem Schulabschluss nicht. Deshalb gibt es nun bei „Keiner geht verloren“ (KGV) in Ahlen das „Wir“-Projekt, das mitgetragen wird von (v. l.) Jürgen Henke (Industrieclub), Franz Kimmeyer, Adem Türkoglu, Klaus Lanzerath, Bernhard Recker (alle KGV), Jörg Hakenesch (Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen), Sylvia Adam-Recker (Projektleiterin), Benedikt Ruhmöller und Burkhard Knepper (beide von KGV). Gesucht werden nun Unternehmen, die Ausbildungsplätze offerieren.
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Sylvia Adam-Recker und Mitstreitern des Ahlener Vereins „Keiner geht verloren“ (KGV) fallen gute Gründe dafür ein: „Die wollen arbeiten. Sie bieten eine hohe Zuverlässigkeit und Bindungskraft.“ Adam-Recker kümmert sich als Leiterin des neuen Projektes „Wir“ genau um die jungen Menschen, die sich schwer tun, den Schritt in den Beruf zu schaffen.

„Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem man sieht: Man muss mehr tun“, erklärte dazu der KGV-Geschäftsführer Bernhard Recker. Denn bislang habe die Arbeit des KGV damit aufgehört, Jugendliche mit sozial schwachem Umfeld aus Haupt- und Förderschulen zum Schulabschluss zu bringen. Um sie dann nicht in ein Loch fallen zu lassen, soll mit dem Projekt „Wir“ der Einstieg in eine Ausbildung gefördert werden, inklusive einer Unterstützung während der Ausbildungszeit.

In Schulen wurde das Projekt bereits bekannt gemacht. Beim Personal wurde der KGV auch fündig, und einen Geldgeber hat Adam-Recker ebenfalls aufgetan: Die „Aktion Mensch“ unterstützt das „Wir“-Projekt, das drei Jahre läuft, mit rund 90.000 Euro. Mit der auf 15 bis 27 Jahre festgelegten Zielgruppe könnten auch junge Menschen teilnehmen, die in Warteschleifen feststeckten oder die gescheiterte Ausbildungen hinter sich hätten.

Bei Unternehmen wolle man mit einer Infobroschüre sowie persönlich werben. Hier engagieren sich neben Recker auch Jörg Hakenesch (WFG), der ehemalige Bürgermeister Benedikt Ruhmöller, Jürgen Henke (Industrie- und Wirtschaftsclub) sowie – neu im Team – Klaus Lanzerath aus Rees. Er arbeitet hauptberuflich in der therapeutischen Jugendhilfe und will einmal in der Woche sowie am Wochenende die 150 Kilometer bis Ahlen auf sich nehmen. Er möchte die realistischen Chancen der Jugendlichen ausloten, denn: „Die Erwartungen sind oft sehr hoch. Jeder glaubt, er muss Gehirnchirurg werden.“

Andererseits sei aber auch die Abbrecherquote hoch: Sie liege bundesweit bei 25 Prozent. Sylvia Adam-Recker wünscht sich nun, Unternehmen zu finden, die sich trauen, Jugendlichen des Projekts Ausbildungsplätze anzubieten. Als eine Art Wertmarke solle der „Wir“-Stempel dienen.

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