Witzige Geschichte um Beethovenmaschine
Bild: Voss-Loermann
Musikalisch und literarisch wertvoll und überaus amüsant gestaltete sich der Abend der Kulturgesellschaft mit (v. l.): Stephan Picard, Tina Teubner und Ben Süverkrüp im Saal Sandgathe.
Bild: Voss-Loermann

Ben Süverkrüp hat sich dieser Vorlage bedient und aus ihr und weiteren Begebenheiten „Die Beethovenmaschine“ geschrieben. Aus ihr gestalteten am Samstagabend Süverkrüp, Tina Teubner und Stephan Picard im Saal Sandgathe einen ebenso amüsanten wie musikalisch anspruchsvollen Abend, in dessen Mittelpunkt drei Beethoven-Sonaten die irrwitzige Geschichte um einen um die Zukunft seiner Musik besorgten Beethoven umspielten.

Während die mehrfach ausgezeichnete Kabarettistin Tina Teubner den philosophischen Text rezitierte, brillierten Süverkrüp (Piano) und Picard (Violine) mit der Darbietung des musikalischen Teils als ein bestens aufeinander eingespieltes Duo. Die Sonaten A-Dur op. 10 Nr. 2, c-moll op. 30 Nr. 2 und G-Dur op. 96 wurden dabei in ihren unterschiedlichen Sätzen zur Programmmusik für einen nächtlichen Besuch Mälzels am Krankenbett Beethovens, im Verlauf dessen der Komponist seinem Gast den Auftrag erteilt, eine Maschine zu erfinden, die Beethovens Musik nach dessen Tod weiterführen könne.

Dass dieser Plan gründlich daneben geht, sei am Rande erwähnt und erscheint nicht weiter erstaunlich. Wesentliche Nebenprodukte der verrückten Idee sind die oft mürrischen Ergüsse des intelligenten Komponisten, der seinem Bruder, der unter „Johann van Beethoven, Gutsbesitzer“ firmierte, ein sarkastisches „Ludwig van Beethoven, Hirnbesitzer“ entgegenstellte.

Akustisch in Szene gesetzt wurde der ansprechende Abend vom Mobilsound-Chef Uwe Kloß, denn neben den Zitaten und der hervorragend dargebotenen Musik gab es selbstverständlich auch Szenengeräusche auf die Ohren. Da wurde etwa die sich dem Beethoven’schen Haus nähernde Kutsche hörbar oder die schrägen Klänge, die sich am Ende der misslungenen Beethovenmaschine entlocken lassen, und die bei dem kranken Komponisten in seinem Bett Wutausbrüche generieren.

Mit langem Applaus bedankte sich das Publikum auch für eine Sonderdarbietung am Schluss, bei der Tina Teubner das Rezitationsmikrofon mit einer singenden Säge tauschte und sich auch hier meisterlich von Süverkrüp und Picard begleiten ließ.

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