Zirkus Ahlensia mit Prinz Dietmar II. an der Spitze

Pünktlich um 14.11 Uhr setzte sich der Tross aus kunterbunten Zirkuswagen in Bewegung und hieß das närrische Volk, das wieder zu Tausenden die Straßen säumte, „Willkommen im Zirkus Ahlensia“. Statt der angekündigten Regentropfen fielen tonnenweise Kamelle, Pralinen und Stofftiere vom Himmel. Narren-Anführer Dietmar II. ließ sich nicht lumpen und verteilte pausenlos Süßigkeiten an das närrische Volk, das sich vor allem an den Standorten der neu eingeführten Discos an der Schachtstraße, auf dem Vorplatz von Marktkauf, am Kunstmuseum, auf dem Marienplatz sowie am ehemaligen Hotel Gretenkort sammelte und ausgelassen feierte. Angeführt vom Technischen Leiter Volker Engeland schlängelte sich der närrische Lindwurm gekonnt durch das Nadelöhr an der Oststraße/Am Bahndamm.

Petrus war den Narren wohlgesonnen. Erst als Dietmar II. mit seinem Prinzenwagen auf Höhe der Marienkirche ankam, öffnete Petrus kurzzeitig seine Schleusen, um den Regen nach fünf Minuten gleich wieder abzustellen. Die Karnevalsgesellschaften hatten sich wieder viel einfallen lassen. Gleich mit sechs Wagen und einer Fußgruppe empfing die federführende Karnevalsgesellschaft Schwarz-Gelbe Funken die Ahlener Narren. In ihrem riesigen Tigerkäfig und verkleidet als wilde Tiere zeigte vor allem der Elfferrat seine kreative Seite. Verkleidet als Seerobben lud die Prinzengarde auf ihr schwarz-rot-goldenes Karussell.

Auch die Karnevalisten der KG Nord-West Humor machten ordentlich Stimmung. Als Einzige hatten sie eine Live-Band auf ihrem Wagen. Die Zirkusband Rudicalli spielte ohne Unterlass und animierte die Jecken am Straßenrand zum Mitsingen. Eine Spitze gegen die Stadtverwaltung konnten sich die Narren nicht verkneifen. „Gebt Nord-West die Macht, dann wird das Rathaus dicht gemacht“, war das Motto ihres Wagens.

„Tierisch gut drauf“ waren die Senatoren der KG Neustadt, die als bunte Bären verkleidet den 60. Geburtstag ihres Vereins feierten. Beinnahe nicht zu bremsen waren die Mädels der Tanzgarde des Ahlener Carnevals Clubs. Bei jedem Lied, das ohrenbetäubend aus den Boxen der wageneigenen Anlage ertönte, sangen sie lauthals mit und sorgten wie der gesamte Zug für beste Stimmung auf den Wagen und unter den Tausenden am Wegesrand.

Ruhiger Rosenmontag für Ordnungsbehörden

Die Ordnungsbehörden haben am Montagabend ein positives Fazit vom Rosenmontag in der Wersestadt gezogen. „Das war der ruhigste Rosenmontag der vergangenen Jahre“, ist sich Mathias Dolenc vom DRK sicher.

Alles sei ruhig geblieben, bestätigten Hans Röhl vom städtischen Ordnungsamt und Ahlens Polizeichef Uwe Alteheld. „Es war ein gelungener Tag“, betonte Röhl.

Die Zusammenarbeit bei der Ordnungspartnerschaft funktioniere hervorragend, befand Zugleiter Volker Engeland. Auch das Wetter habe mitgespielt, so dass rund 20 000 Narren sich den Lindwurm in Ahlen angeschaut hätten. „Es gibt überhaupt nichts zu bemängeln.“

Die extra eingerichtete Jugendschutzstelle sei erneut verwaist gewesen, so wie im Vorjahr, berichtete Klaus Marquardt vom städtischen Jugendamt. Man habe keinen einzigen alkoholisierten Jugendlichen aufgegriffen.

Das liegt auch an der Präventionsarbeit der Behörde. Erst vor kurzem sei er in zwei Schulen gewesen und habe 350 Schüler für das Thema Alkohol sensibilisiert, schilderte Marquardt. „Die wissen, dass wir an Karneval Kontrollen machen.“

Auch die Polizei erlebte bis zum Abend einen ruhigen Rosenmontag. Lediglich ein Kind sei kurzfristig verloren gegangen, so Alteheld. Und eine Anzeige habe es wegen Ausweismissbrauch gegeben. Eine Person habe versucht, mit dem Ausweis eines anderen in die Stadthalle zu kommen – und sei daraufhin in Streit mit dem Sicherheitsdienst geraten. Dann wurden die Ordnungshüter hinzugerufen – und die schrieben eine Anzeige.

Das DRK in Ahlen musste laut Hans-Jürgen König zehn kleinere Verletzungen versorgen. Lediglich zwei Personen hätten ins Krankenhaus gebracht werden müssen, um dort chirurgisch versorgt zu werden.

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