Zu viele Laster für dieses Pflaster
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Die Anlieger am Röteringshof fragen sich, von welcher Baustelle in dem Anliegerhinweis die Rede ist. Dieter Lange (kl. Bild) und seine Nachbarn fordern eine eindeutige Beschilderung, damit der ständige Lkw-Verkehr vor ihrer Haustür ein Ende hat.
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Umleitungen bei einer Baustelle müssen sein, das sehen auch Angelika und Dieter Lange so. Dass der Verkehr wegen der Baustelle auf der K 27 (Im Hövenerort) für Pkw über den Röteringshof geführt wird, sehen sie und ihre Nachbarn ein. Dass aber der Schwerlastverkehr die ebenfalls für sie gesperrte Strecke nutzt, stört sie gewaltig.

„Das beginnt schon morgens um fünf Uhr“, wird Dieter Lange früh am Tag aus dem Schlaf gerissen. Er und seine Frau wohnen an der Ecke Platanenstraße zum Röteringshof und bekommen den Lkw-Verkehr hautnah mit, besonders ihre 92-jährige Mutter leidet darunter. Auch die Nachbarn sind genervt. Ständig fahren Lastwagen aus beiden Richtungen mit tosendem Lärm vorbei, bis zu 30 pro Stunde hat Dieter Lange schon gezählt.

Als die Baustelle am Hövenerort eingerichtet wurde, gab es die Schilder für die Lkw-Durchfahrtsbeschränkung noch nicht. Lobend erwähnt Dieter Lange, dass diese nach Kontaktaufnahme mit der Stadt und dem Kreis zügig aufgestellt wurden. Allerdings begann dann bei ihm das Kopfschütteln, was die neue Beschilderung anging. „Anlieger bis zur Baustelle frei“, heißt es unter den Durchfahrtsverbotsschildern, angebracht an der Hammer und Dolberger Straße. „Welche Baustelle?“, fragt sich seitdem Dieter Lange: „Hier am Röteringshof gibt es keine.“ Eine Nachfrage bei der Stadt ergab, man müsse so ausschildern.

Unübersichtlich ist zudem die Situation, wenn man von der Hammer Straße aus stadteinwärts die Abfahrt zum Röteringshof nutzt. Am Anfang der Abfahrt steht das Durchgangsverbotszeichen mit Anliegerhinweis, 25 Meter weiter ohne. Da ist es aber für den Schwerlastverkehr schon zu spät, um umkehren zu können.

Zum anderen hat Dieter Lange beobachtet, dass am Ende des Röteringshofs Lkw gerne auch mal links auf die Hammer Straße einbiegen, obwohl nur Rechtsabbiegen erlaubt ist. Die offizielle Umgehung für Lkw läuft über den Konrad-Adenauer-Ring. Aber die Abkürzung über den Röteringshof spart natürlich Zeit.

„Die Beschilderung ist total unzureichend“, fordert Dieter Lange mit seinen Nachbarn die Behörden auf, die Situation zu überdenken und den Verkehr deutlich über den Konrad-Adenauer-Ring zu leiten. Er vermutet auch, dass die Navigationssysteme die Lkw-Fahrer über den Röteringshof führen. Zudem müsse eine Tempo-30-Zone von der Brücke bis zur Ampelkreuzung Gemmericher Straße eingerichtet werden.

Die Verkehrssituation Im Linnenfeld (wir berichteten), wo das Gebot des Anliegerverkehrs regelmäßig gebrochen wird, hat sich mit Eröffnung des neuen „Kauflands“ zugespitzt. In der vergangenen Woche führte der Kreis dort über zwei Tage eine Verkehrszählung durch. Über beide Tage wurden insgesamt 5100 Pkw und Lkw gezählt, was sogar die Mitarbeiterin des Kreises überraschte. „Wir Anwohner sind gespannt auf die Taten, die jetzt folgen“, kommentiert Sonja Spiekenheuer die Zahlen und hofft, dass endlich durchgegriffen wird.

von Christian Wolff

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