Zuhause auf Zeit: Mutter-Kind-Haus wird erweitert
Bilder: Jotzeit
„Im Mutter-Kind-Haus können sich die jungen Mütter geborgen und angenommen fühlen“, sagt SKF-Geschäftsführerin Beatrix Herweg.
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„Der Bedarf ist groß“, unterstreicht SKF-Geschäftsführerin Beatrix Herweg die Notwendigkeit der Baumaßnahme. Viele minderjährige und junge volljährige Schwangere oder alleinerziehende Frauen seien nicht in der Lage, eigenverantwortlich zu leben. „Die jungen Mütter kommen oft aus schwierigen Familienverhältnissen und erhalten dort keine oder nur wenig Unterstützung“, erklärt sie. Im Mutter-Kind-Appartementhaus werde ihnen ein Zuhause auf Zeit geboten, in dem sie sich geborgen fühlen könnten. In dem geschützten Rahmen sei es möglich, Zukunftsperspektiven zu entwickeln.

„Der Aufenthalt ist zeitlich befristet“, macht Einrichtungsleiterin Julia Hoffmann deutlich. Die Verweildauer betrage drei Monate bis zu anderthalb Jahren. „Wir versuchen während dieser Zeit, die jungen Mütter fit für das Leben zu machen.“ Aktuell lebten im Mutter-Kind-Haus fünf Mütter mit sieben Kindern. Eine Besonderheit: In den vergangenen 14 Tagen haben drei Neugeborene das Licht der Welt erblickt. „Das kommt eher selten vor“, so Julia Hoffmann.

Vor dem Umbau hat es einschneidende Veränderungen gegeben. So wurden mehrere SKF-Abteilungen (Schwangerschaftsberatung, ambulante Jugendhilfe, die Bereiche Pflegekinder und Sexualpädagogik sowie ein Teil der Verwaltung) in das Haus Warendorfer Straße 8 umgesiedelt. „Sonst wäre das räumlich nicht gegangen“, sagt Beatrix Herweg.

Neben dem Ausbau von zwei weiteren Appartements liegt den SKF-Verantwortlichen der neue Gemeinschaftsraum am Herzen. „So einen Raum hat es bislang nicht gegeben“, erklärt Beatrix Herweg. Umgebaut werde dafür der ehemalige Konferenzraum der SKF-Mitarbeiterinnen. „Es ist wichtig, dass die Mütter Gemeinschaft erleben“, so Julia Hoffmann. Aus diesem Grund werde dort auch eine Lernküche eingebaut. „So kann der Spaß am Kochen entwickelt werden“, hofft Beatrix Herweg. Früher sei das selbstverständlich gewesen, heute müssten die jungen Mütter das Kochen erst lernen.

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