Zustände am Baubetriebshof nicht tragbar
Bilder: Jotzeit
Vor Ort haben sich Mitglieder der SPD-Fraktion über den Zustand des Baubetriebshofs informiert.
Bilder: Jotzeit

Gut sichtbar waren die Probleme an der Durchfahrtshalle. Das gut 100 Jahre alte Gebäude weist verfaulte Holzbalken und marodes Mauerwerk auf. Dies hat bereits zur Teilsperrung des Hallenkomplexes geführt – wegen Einsturzgefahr. „Notdürftig haben wir das repariert“, so Döding. Dadurch könnte dort zumindest etwas Material gelagert werden.

Improvisationstalents sei bei den Halleneinfahrten (Bild) notwendig gewesen. Da die Tore für breitere Fahrzeuge nicht mehr passten, seien an den Seiten Mauerstücke herausgebrochen oder die Tore ganz ausgebaut worden.

Ein weiteres Problem sei die Tankstelle (Bild) des Baubetriebshofs, so Döding. „Ersatzteile können wir nur noch über Google bestellen“, sagte er. Sieben bis acht Mal flögen pro Tag die Sicherungen heraus, und das führe immer wieder zu Störungen bei den Tankvorgängen. Wirtschaftlich gesehen sei eine eigene Tankstelle aber sinnvoll, unterstrich Döding. „Pro Liter Kraftstoff haben wir einen Vorteil von zehn Cent.“

Abstriche müssten auch bei den Umkleide- und Aufenthaltsräume für die Mitarbeiter gemacht werden. Sicherheits- und Hygienestandards seien kaum einzuhalten. „Die Heizungsanlage läuft nur noch im Notbetrieb“, so Döding weiter. Es gebe einfach keine Ersatzteile mehr dafür.

„Wir müssen endlich handeln“, zeigte sich SPD-Ratsherr Peter Albrecht fest entschlossen. Dabei wies er auf das Material und die Maschinen hin, die im strömenden Regen unter freiem Himmel gelagert werden. „Da vergammelt doch alles“, wetterte er.

„Wir haben hier keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr“, machte Döding deutlich. Er plädierte dafür, einen Standort zu suchen, an dem die kompletten Ahlener Umweltbetriebe untergebracht werden könnten. „Das macht Sinn.“ Im Gespräch seien Flächen am Wasserturm, auf dem Zechengelände und am ehemaligen Güterbahnhof. Favorisieren wollte er zum jetzigen Zeitpunkt aber noch keinen Standort.

„Wir müssen alle Möglichkeiten prüfen, ohne eine Schere im Kopf“, sprach sich Karl-Heinz Meiwes (SPD) für eine umfassende Untersuchung aus. Und Fraktionschef Norbert Bing ergänzte: „Wir müssen so scharf planen, dass es keine böse Überraschung gibt.“

Kurz & knapp

Der Baubetriebshof an der Alten Beckumer Straße in Ahlen verfügt über eine nutzbare Fläche von rund 17 200 Quadratmetern. Dazu kommen noch Lagerflächen der Außenstandorte (circa 4500 Quadratmeter). Die Höhe der Kosten für ein Neubauprojekt stehen laut Döding noch nicht fest. Für ein ähnliches Vorhaben hat die Stadt Marl (88 000 Einwohner) rund 11 Millionen Euro ausgegeben, die Stadt Wesel (61 000 Einwohner) hat rund 6,2 Millionen Euro in ihren Neubau investiert.

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