Zwei Jahre Haft für 25-Jährigen
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Vom Schöffengericht des Amtsgericht Ahlen ist am Dienstag ein 25-jähriger Ahlener zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden.
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Ihm wurde zur Last gelegt, innerhalb seiner Selbstständigkeit – von 2014 und 2015 betrieb er ein Geschäft in Ahlen – in sechs Fällen fiktive, nicht existente Rechnungen bei einer Factoring-Firma (Abrechnungsfirma) eingereicht zu haben. Die erhaltenen Beträge zur Überbrückung vermeintlicher offener Forderungen in Höhe von insgesamt knapp 4500 Euro habe er anschließend vom Geschäftskonto entnommen und für sich verwandt. Damit habe er sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen einen Vermögensvorteil verschafft, verlas der Vertreter der Staatsanwaltschaft aus der Anklageschrift.

Ferner wurde ihm zur Last gelegt, im Jahr 2015 eine Mitarbeiterin eingestellt zu haben, obwohl er gewusst habe, dass er zur Zahlung des vereinbarten Arbeitslohns nicht in der Lage sei. Von den offenen Gehaltszahlungen über 5600 Euro, die für die dreimonatige Beschäftigung anfielen, zahlte er später 700 Euro an die Geschädigte.

Geständnis und Entschuldigung

Der Angeklagte legte ein umfassendes Geständnis ab und beteuerte darüber hinaus: „Das alles tut mir wahnsinnig leid. Ich bereue das, was passiert ist, sehr.“ Das Geschäft seines Vaters, in dem er zunächst als Auszubildender gearbeitet hatte, habe er nur übernommen, weil gegen diesen aufgrund von Steuerschulden eine Gewerbeuntersagung vorlag. „Ich wollte das eigentlich nicht“, fügte der Ahlener hinzu.

Eine Rechtfertigung für sein Verhalten sei dies aber nicht, auch wenn das umfassende Geständnis strafmildernd zu werten sei, waren sich Staatsanwaltschaft und Verteidiger einig. Verschärfend sei hingegen die Vorgeschichte des Angeklagten. Der 25-Jährige ist wegen Betrugs mehrfach vorbestraft. Dass er aus den vorhergehenden Verurteilungen nicht gelernt habe, zeige die Tatsache, dass er bereits drei Monate nach seiner letzten Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung wieder betrügerischen Handlungen nachgegangen sei. Damit habe er vorsätzlich gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen.

Die Richterin entschied daher, von einer Bewährungsstrafe abzusehen. Sie verurteilte den Ahlener zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren. „Sie haben in sämtlichen Fällen zur eigenen Bereicherung gehandelt“, begründete sie.

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