30 Jahre an der Seite  von Frauen
Beim Verein „Frauen helfen Frauen“ wird jeweils am 25. Tag eines Monats Orange als Zeichen für die Solidarität mit weiblichen Gewaltopfern getragen. Das Foto zeigt das Team mit (v. l.) Ulla Berief, Gabriele van Stephaudt, Birgitta Rennefeld, Birgit Bals-Teckentrup, Gaby Trampe und Marina Völlmecke im frisch bezogenen Beratungsraum an der Weststraße.

Denn Gewalt gegen Frauen ist und bleibt gesellschaftliche Realität und bricht sich auf immer wieder andere Weise Bahn.

Davon können die Kolleginnen in der Beratungsstelle an der Weststraße ein Lied singen. Bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2015 berichteten sie von neuen Gewaltformen, denen Frauen zunehmend ausgesetzt sind. Sei es das sogenannte „Antanzen“, sei es das Verbreiten entwürdigender Bilder hilfloser Opfer im Internet: Die Beraterinnen müssen sich auf immer wieder neue Problemkonstellationen einstellen.

448 Klientinnen suchten die Beratungsstelle im vergangenen Jahr auf, rund die Hälfte von ihnen sind Mütter. Das Team der Beratungsstelle führte 1819 Therapiegespräche mit teilweise mehrschichtigem Problemhintergrund. Dabei ging es in 310 Fällen um Gesundheitsfragen, 330 Mal wurde Gewalt thematisiert. Um sexuell motivierte Gewalttaten ging es dabei in 109 Fällen. Der Themenkomplex Trennung und Beziehungsprobleme spielte in 271 Gesprächen eine Rolle. Sozialberatung war in 232 Fällen gefragt. Die meisten hilfesuchenden Frauen gehörten der Altersgruppe 26 bis 50 Jahre an. Deutlich angestiegen ist der Anteil von Klientinnen mit Migrationshintergrund. Ursächlich dafür ist der Zuzug von Flüchtlingen.

Im zurückliegenden Jahr feierte der Verein das 15-jährige Bestehen der Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt. In Ahlen gelang die Etablierung regelmäßiger Außensprechstunden, die im 14-tägigen Rhythmus durchgeführt werden. Damit erreicht der Verein außer in Oelde auch in der größten kreisangehörigen Stadt seine Klientinnen wohnortnah. Eine positive Veränderung gab es auch an der Weststraße in Beckum. Die Räumlichkeiten des Vereins konnten dank Raumpatenschafts-Konzept um ein zusätzlich angemietetes Beratungszimmer erweitert werden.

Der Haushalt des Vereins „Frauen helfen Frauen“ wies 2015 ein Volumen von 218 500 Euro aus. Gut die Hälfte davon sind Landeszuschüsse. Der Kreis steuert 31 362 Euro bei,  65 000 Euro mussten aus Eigenmitteln aufgebracht werden. Spenden von Organisationen und Einzelpersonen waren dabei ebenso wichtig wie die Einnahmen aus Bußgeldern, die Erlöse von Vereinsaktivitäten sowie Mitgliedsbeiträge. Die überwiegende Zahl der hilfesuchenden Frauen kam aus Beckum (230), gefolgt von Ahlen (76), Oelde (46), Ennigerloh (21) und dem übrigen Kreisgebiet (61). In 14 Fällen blieb der Wohnort der Klientin unbekannt.

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