34-Jähriger gesteht sieben Sex-Attacken
Ein 34-jähriger Mann aus Beckum steht seit Montag al Angeklagter vor dem Landgericht Münster.

Wegen der Serie sexuell motivierter, massiver Attacken muss sich ein 34-Jähriger aus Beckum verantworten. Acht heimtückische Delikte legt ihm die Staatsanwaltschaft zur Last. Sieben davon räumte der Beschuldigte zum Prozessauftakt ohne Umschweife ein. Nur einen Angriff auf eine Frau, die ihm schon seit langem flüchtig persönlich bekannt war, leugnete er.

Der Angeklagte, so stellte sich bald in der Verhandlung vor der Neunten Strafkammer heraus, ging immer wieder nach dem gleichen Muster vor. An einsamen Plätzen im Bereich der Vorhelmer Straße, der Bauerschaft Hinteler oder des Wersewanderwegs überfiel er Joggerinnen oder Radfahrerinnen hinterrücks, zerrte sie ins Gebüsch und versuchte sie per eindeutigen Aufforderungen zum Oralsex zu zwingen. Ans Ziel kam er dabei allerdings nie. Denn die Opfer wussten sich zu wehren, schlugen den Gewalttätigen durch heftige Gegenwehr oder laute Schreie in die Flucht.

In mindestens drei Fällen, so gestand der 34-Jährige, war er maskiert und teilweise auch bewaffnet. Ob „nur“ mit einem Schraubendreher oder auf mit einem Messer, wird im Verlauf des Prozesses zu klären sein.

Bei der Befragung zu seinem Lebenslauf offenbarte der Angeklagte immer wieder große Erinnerungslücken. Seine Kindheit, so zeigte sich, war geprägt von Aufenthalten in kinderpsychiatrischen Einrichtungen und Heimen. Zuhause habe er Gewalt durch den Stiefvater erfahren, in seiner Mutter jedoch immer eine Vertraute gehabt. Sie fungiert seit 2009 als gesetzliche Betreuerin für den Beschuldigten. Der ist seit 2010 auch verheiratet. Probleme und Frust in der Ehe nannte er am ersten Verhandlungstag wiederholt als Motive für seine Attacken auf andere Frauen.

Drei seiner Opfer, zwei von ihnen treten auch als Nebenklägerinnen auf, sagten am Montag aus. Sie schilderten, welch schwere psychische Folgen die Angriffe für sie hatten. Der Beschuldigte verfolgte die Aussagen mit gesenktem Kopf, bot in den beiden Fällen, in denen er sich schuldig bekannte, Entschuldigungen an. Nur eine Frau wollte sie sich auch anhören. Und erwiderte sie mit einer deutlichen Maßregelung des 34-Jährigen. Am Donnerstag wird der Prozess mit der Vernehmung weiterer Opfer fortgesetzt.

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