Aha-Effekte dank Op-Art-Projekt
Optische Täuschungen und visuelle Effekte standen in der Paul-Gerhardt-Schule in Beckum auf dem Stundenplan. Die Op-Art ist eine Stilrichtung der Kunst, die in den 1960er-Jahren entstanden ist und sich mit dem Phänomen der Wahrnehmung auseinandersetzt.
Für die Kinder startete der Kunst-Tag kurz vor den Herbstferien mit einem Wahrnehmungsexperiment: „Was siehst du?“, fragte die Klassenlehrerin die 2a, nachdem sie eine Abbildung einer optischen Täuschung gezeigt hatte. Und schon schnellen die Finger der Kinder in die Luft: „Das ist ein Kelch“ oder „Nein, das sind zwei Gesichter, die sich angucken“ – das waren die gegenläufigen Meinungen der Kinder. Als die Lehrerin erklärte, dass beide Wahrnehmungen richtig seien, war das Erstaunen der Kinder umso größer. Die Erklärung: „Manche haben auf die weiße Fläche geguckt und manche auf die schwarzen Flächen und deshalb habt ihr unterschiedliche Dinge gesehen. Im Bild sind gleichzeitig der Kelch und die Gesichter vorhanden. Das nennt man eine optische Täuschung.“ 

Nach und nach kamen die Kinder durch die Auseinandersetzung mit Kunstwerken der Op-Art dem Geheimnis der Illusionen und optischen Täuschungen auf die Spur. Nachdem die Kinder Wahrnehmungsübungen gemacht hatten, staunten sie mittels eines virtuellen Ausstellungsbesuchs über die optischen Illusionsmalereien des Künstlers Victor Vasarely, der als „Jahrhundertkünstler“ einer der Hauptvertreter der Op-Art ist und dessen Werke Ausgangspunkt der Auseinandersetzung am Kunst-Tag bilden. Die Op-Art ist eine Stilrichtung der Kunst, die in den 1960er-Jahren entstanden ist und sich mit dem Phänomen der Wahrnehmung auseinandersetzt. Die Farb-Form-Figuren erzeugen bei den Betrachtern überraschende oder irritierende optische Effekte. Aus Linien entstehen plötzlich Formen und dreidimensionale Objekte. Und für das Auge eröffnen sich flirrende Räume. 

Auch die Kinder erforschten die Effekte der Farbkontraste, denn je größer der Kontrast zwischen den verwendeten Farben ist, desto stärker wirkt die optische Täuschung. Bei der Ausgestaltung war für die Kinder die Herausforderung, ganz genau zu arbeiten. Jede Klasse beschäftigte sich dabei mit unterschiedlichen Techniken und Herangehensweisen an das Thema: Zum Einsatz kamen Buntstifte, Textmarker, schwarze Filzstifte, bunte Formen aus Tonpapier, Schere und Kleber. So sind im Laufe des Kunsttages viele Kunstwerke entstanden, die die Augen der Kinder nicht nur täuschten, sondern auch erstrahlen ließen. Nach den Ferien entstehen aus den Einzelkunstwerken Mobiles und große Wandbilder, oder sie werden in Bilderrahmen arrangiert und in der Schule ausgestellt.

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