Angeklagte erhalten lange Haftstrafen
Haftstrafen ohne Bewährung verhängte das Landgericht gegen zwei der drei Angeklagten.

Zwei Jahre und zehn Monate lautete das Urteil gegen den 41-jährigen Besitzer des Plantagenhauses und seinen 40-jährigen Freund.

Beide lebten zur Tatzeit in Münster, der 40-Jährige wohnt mittlerweile in Köln. Der dritte Angeklagte, ein 43-jähriger Münsteraner, kam mit einer Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren für Beihilfe zum Drogenhandel in nicht geringer Menge davon. Alle drei Männer wollten mit der Marihuana-Zucht ihre Schulden abbauen, die sie aus unterschiedlichen Gründen angehäuft hatten.

Im Frühjahr 2016 hatte der 41-Jährige sein Haus an der Neubeckumer Straße an einen Holländer vermietet. Sein Freund hatte ihm den Mieter verschafft. Beide wussten über die Pläne des Holländers Bescheid. Als der aber abtauchte und seine Mietzahlungen einstellte, übernahmen die beiden im November 2016 die Plantage in Eigenregie. Später stellten sie den Gehilfen ein.

Geplant hätten sie den Betrieb der Zuchtanlage aber keineswegs, betonten die Verteidiger der Haupttäter. Beide plädierten auf einen minderschweren Fall und eine Bewährungsstrafe. Dafür hatten sie einige Argumente: Ihre Mandanten seien Ersttäter, völlig unbescholten und komplett geständig. Sie leben in sicheren sozialen Verhältnisse mit Familien oder Freundin und festen Berufen, in denen sie schon seit Jahren arbeiten.

Das Gericht akzeptierte die strafmildernden Gründe und blieb in seinem Urteil gegen die Haupttäter deutlich unter der vom Staatsanwalt geforderten Strafe von dreieinhalb und dreidreiviertel Jahren. Allerdings sah es für eine Bewährungsstrafe keinen Spielraum. Immerhin haben die von der Polizei gefundenen und abgeernteten Cannabispflanzen die im Gesetz festgelegte geringe Menge um das 200-fache überschritten. Außerdem seien die Geständnisse der beiden mit Vorsicht zu genießen. Es könne auch so gewesen sein, dass sie selbst die Plantage geplant und den Holländer nur als Experten zum Aufbau eingestellt hätten.

Anders die Beurteilung des dritten Manns. Sein Geständnis sei von Anfang an klar und zweifelsfrei gewesen. Deshalb folgte das Gericht den Anträgen von Staatsanwalt und Verteidiger auf Bewährungsstrafe. Seinen Tatbeitrag wertete die Kammer als minderschweren Fall. Außerdem räumte sie ihm die Kronzeugenregelung ein, weil nur seine frühe Aussage bei der Polizei die Überführung des Hausbesitzers ermöglicht habe.

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