Ansichten entführen in  alte Zeit
Bild: Krogmeier
Diese Ansicht der Stadt Beckum dürfte um 1910 vom Paterweg aus fotografiert worden sein. Dieses Bild ist eins von mehr als 35 Fotos, die vom Museumsverein finanziert und überreicht wurden, (v. l.) Wilhelm Holtrup, Dr. Martin Gesing und Dr. Rolf Geschwinder.
Bild: Krogmeier

Dafür hat der Förderverein einen stattlichen Geldbetrag zur Verfügung gestellt. Die neuen, alten Schmuckstücke, die im Stadtmuseum am Markt ihren Platz erhalten haben, sind jetzt in den Räumen des Museums vom Vorsitzenden Dr. Rolf Geschwinder und Geschäftsführer Wilhelm Holtrup an Museumsleiter Dr. Martin Gesing überreicht worden.

Im Vordergrund prägt die Propsteikirche St. Stephanus die alte Stadtansicht. Auf der linken Seite des Bildes ist das alte Krankenhaus zu sehen, dahinter ist die gerade erbaute evangelische Christus-Kirche zu sehen. Davor erstrecken sich große Gärten, alle im städtischen Eigentum und an die Bürger der Püttstadt verpachtet.

Diese alte Stadtansicht, sie muss in den Jahren zwischen 1910 und 1920 entstanden sein, zeigt den Beckumer Stadtkern in längst vergangenen Zeiten. Dieses historische Dokument hat jetzt gemeinsam mit mehr als 35 weiteren geschichtlichen Fotodokumenten in einer digital bearbeiteten Version seinen Platz im Stadtmuseum am Markt erhalten und kann dort während der Öffnungszeiten besichtigt werden.

Damals hat der Fotograf dieses kleinen Bild-Schatzes auf dem heutigen Paterweg gestanden, um die Aufnahme von der Stadt zu machen. An die Gebäude von Finanzamt und Amtsgericht ist damals noch gar nicht zu denken, und auch die heutige Wohnbebauung rund um Elisabethstraße, Dalmerweg, Kettelerstraße und Lippborger Straße ist noch nicht vorhanden. Dafür thronen über der Silhouette der Püttstadt die Schornsteine des ehemaligen Zementwerks Rheinische-Westfälische Industrie AG mit Standort am heutigen Kollenbach.

„Wir haben verschiedene Bilder zu stadtrelevanten Themen digital aufgearbeitet“, geht Museumsleiter Dr. Martin Gesing im Gespräch mit der „Glocke“ auf die neuen Präsentationsmöglichkeiten der Stadtgeschichte ein. „Die digitale Bearbeitung hat eine sehr gute Qualität gebracht“, stellt Gesing die Bilder vor, unter denen natürlich die Panorama-Ansicht, wie alle anderen Fotos lichtecht kaschiert, der Hingucker ist.

Fotos von den Ausgrabungen des Beckumer Fürstengrabs im Jahr 1959 und von der heimischen Zementindustrie, die ab 1872 das Leben in der Püttstadt geprägt hat, dürfen ebenso wenig im Bilderbogen fehlen wie Aufnahmen der damaligen Wohnverhältnisse. Da ist die prächtige Villa des Zementdirektors ebenso zu sehen wie das kleine Arbeiterhaus. Viele Detailansichten, auf denen natürlich auch die das Stadtbild prägenden qualmenden Schlote zu sehen sind, sind Schmuckstücke Und auch sehr übersichtliche alte Kataster-Karten sind vorhanden.

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