BMW 303 weckt die Oldtimer-Leidenschaft
Bild: Krogmeier
Auf den BMW 303 mit Baujahr 1933 ist der Beckumer Oldtimerfreund Richard Niehaus mit Recht stolz. Er kaufte das rollende Schmuckstück im Jahr 1968.
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Richard Niehaus verliebte sich auf Anhieb in den Oldtimer und kaufte ihn zum Preis von 2200 Mark. Da spielte es für den Autoliebhaber auch keine Rolle, dass das schmucke Fahrzeug mit einem Motorschaden vorübergehend außer Gefecht gesetzt war.

„Mit diesem Auto hat meine Leidenschaft für Oldtimer begonnen“, berichtet Auto-Liebhaber Richard Niehaus im Gespräch mit der „Glocke“. „Ich bin damals vom Oldtimer-Virus angesteckt worden“, führt der Seniorchef der Firma Kfz-Meisterbetrieb und Esso-Tankstelle Niehaus an der Hammer Straße in Beckum weiter aus. Schon beruflich waren ja Autos immer sein Metier. Seit dem besagten Jahr 1968 bildet dieses Hobby auch einen Schwerpunkt in seiner Freizeit.

Zu seinem BMW 303 mit Erstzulassung am 15. Dezember 1933 gesellten sich nach und nach weitere Oldtimer. Die Sammelleidenschaft hat Niehaus bis heute nicht mehr losgelassen. Er ist stolzer Eigentümer mehrerer rollender Schmuckstücke. Unter anderem stehen in seinen Garagen ein Goggo-Mobil, ein Mercedes Pagode 280 SL und ein Samba-Bulli T1, den er vor vielen Jahren mit dem in Beckum unvergessenen Erwin Northoff zusammen gekauft hat und der einige Zeit als Fahrzeug für die Beckumer Straßenmusikanten diente.

Rollendes Schmuckstück

„Das ist der erste BMW, der mit der sogenannten Niere ausgestattet ist, das erste Fahrzeug mit einer BMW-eigenen Reihensechszylinder-Maschine.“ Richard Niehaus schwärmt mit strahlenden Augen von seinem Schmuckstück, das eine bemerkenswerte Geschichte aufzuweisen hat.

Schon 1933 gebaut, wurde das Auto an die Firma Kirstein und Sauer in Bielefeld ausgeliefert. „Der BMW 303 wurde dort von einem Arzt gekauft, der das Fahrzeug während des Zweiten Weltkriegs eingemauert hat“, gibt Niehaus die Aussagen des Vorbesitzers wieder. Das Fahrzeug wurde somit nicht gefunden und in den Krieg eingezogen. „Dieser Tatsache ist es zu verdanken, dass das Auto die Jahre unbeschadet überstanden hat“, weiß Niehaus zu berichten.

Nach dem Kauf im Jahr 1968 reparierte der neue Eigentümer sofort den Motor. Mehr als ein Vierteljahrhundert rollte der BMW 303, der auch heute noch angemeldet ist, über die heimischen Straßen. „1995 habe ich das Fahrzeug komplett restauriert“, nennt der Autoliebhaber einen weiteren Meilenstein.

Sämtliche Innenteile wurden ausgebaut. „Die Karosserie besteht aus einem Holzgrundgestell“, berichtet Niehaus, „und sie war zum Glück noch einwandfrei.“ Der Motor wurde in Brandenburg überholt, da dort in einer Firma noch Original-Ersatzteile vorhanden waren. Die alten, verrosteten Holme mussten neu angefertigt werden.

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