Bäume bewegen mehr als Brunnen
Direkt am Kirchplatz stand das Redaktionsmobil am Mittwochmorgen. Die Bürger suchten das Gespräch.
Grund genug für die „Glocke“, mit dem Redaktionsmobil vorzufahren und mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Dass sich Winfried Harthun diesen Termin an diesem sonnigen Mittwochmorgen nicht entgehen lässt, versteht sich von selbst. Wie 54 andere Bürger auch macht er seine Kreuze bei einer Umfrage zu Platanen und Püttbrunnen auf dem Marktplatz sowie zum Kirchplatz vor der St.-Stephanus-Kirche. Danach ist die Diskussion eröffnet. Die Bürger bringen eigene Anregungen ein, tauschen sich aus, regen sich auf oder hören einfach zu. Um es vorwegzunehmen: Das Ergebnis der nicht repräsentativen Umfrage weist eine klare Tendenz auf. Die Mehrheit der Beckumer erweist sich – wie es auch der Zuspruch zum Bürgerbegehren zeigt – als konservativ. Die vier Platanen sollen stehen bleiben. Genauso der Brunnen, der ihrer Meinung nach am richtigen Fleck steht. Und der Kirchplatz soll als Grünfläche erhalten bleiben. Klarer Fall, dass die „Lobbyisten“ beim Treffen am Redaktionsmobil nicht fehlen. Also diejenigen, die sich etwa für das Bürgerbegehren oder auch für den Erhalt des Kirchplatzes stark machen. Aber auch etliche andere interessierte Bürger machen kurz Halt, um ihre Meinung im Gespräch oder per Strich an der Umfrageliste kundzutun. Auffällig dabei: Die Platanen beschäftigen jeden, der sich mit dem Thema Markt befasst. „Ich finde den Platz gut, so wie er ist“, bezieht Marcel Wittling klar Stellung. Es müsse sich seiner Meinung nach in der guten Stube Beckums nichts ändern, die alten Platanen können man dann auch erhalten. „Alles hat einen Anfang und ein Ende“, sieht dagegen ein 60-jähriger Beckumer die Lage völlig anders und spricht sich für das vorgesehene Ersetzen der Platanen durch junge Bäume aus. Es sei höchste Zeit, dass der Marktplatz umgestaltet werde. Mancher Diskutant stellt den Marktplatz-Umbau generell in Frage. Doris Kohlstette etwa sähe Geld lieber in Spielplätze investiert. Und auch der Friedhof Elisabethstraße wird als lohnenderes Investitionsobjekt genannt. Reinhold Sudbrock vom Heimatverein brandmarkt die Förderpraxis des Landes, die zur Steuerverschwendung animiert.

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