Beckumer Anschläge - der Wochenrückblick
Karikatur: Schwarze-Blanke
Wenn man im Frühling im Gewerbegebiet das Gras wachsen hört...
Karikatur: Schwarze-Blanke

Da fragt sich dann doch, wie hoch die Gewinnerwartung des illegalen Betreibers sein muss, wenn er sich einem derart großen Risiko der Entdeckung aussetzt.

Wie am Schnürchen verlief am Donnerstag die Ratssitzung. Ein Tagesordnungspunkt nach dem anderen wurde abgehakt, alle Entscheidungen der in den Fachausschüssen vorberatenen Themen von Schöffenwahl über Dienstreisegenehmigungen bis hin zu einigen Bauleitverfahren wurden einstimmig ohne weitere Debatte gefasst. Das ging so glatt, dass sich schließlich der Stellvertretende Bürgermeister Dr. Rudolf Grothues zu einer Entschuldigung an die Adresse der anwesenden Bürger genötigt sah. Sie möchten es den Politikern nachsehen, dass die Sitzung so unspektakulär verlaufe, bat Grothues sinngemäß und gleich im Namen des ganzen Rates um Verzeihung. Das mutete manchem seltsam an. Denn schließlich hatten die Mandatsträger ja nichts getan als ihre Arbeit. Nirgendwo steht geschrieben, dass Einigkeit zwischen den Fraktionen in der Sache verboten ist oder gar Fensterreden zum Pflichtprogramm einer Ratssitzung gehören.

Die Adressaten der merkwürdigen Erklärung waren übrigens überwiegend Eltern aus der Eichendorffschule. Sie wissen seit Neuestem, dass „ihre“ Schule ab 2021 mit der Paul-Gerhardt-Schule am Standort Kettelerschule zusammengelegt werden soll. Das missfällt der Schulgemeinschaft aus der Roten Erde ganz erheblich. Mit Unterschriftenaktion und Demonstrationszug wollen sie sich gegen eine derartige Entscheidung stemmen, die zunächst der Schul- und Kulturausschuss am 20. Juni und anschließend der Stadtrat zu fassen hat. Da deutet sich noch eine turbulente Debatte an. Zumal es nach derzeitigem Stand bei künftig drei Grundschul-Standorten in Beckum-Stadt entweder keine Gemeinschaftsgrundschule oder keine evangelische Bekenntnisschule mehr geben wird. Nicht auszuschließen übrigens, dass die Eltern bei einer Neugründung sogar entscheiden, dass die zusammengelegte zentrale Grundschule katholisch ausgerichtet wird.

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