Beckumer Anschläge - der Wochenrückblick
Mitunter reicht ein kleiner Eisberg, um ein Projekt zu versenken – so diese Woche geschehen mit dem geplanten Hotel am Tuttenbrock-See in Beckum.

Zumindest, was die Beteiligung des Beckumer Gastwirt-Paars betrifft. Am Ende waren es 24 ausbleibende Berufsschüler, die den Ausschlag gaben. Mit den angehenden Materialprüfern hatten die Hoffmanns fest kalkuliert, nachdem es so schien, dass die Caritas ihr Internat schließen wollte, in dem die jungen Leute bisher logieren. Damit ist es nun nichts, die Wohneinrichtung besteht weiter und Hoffmanns Pläne sind Makulatur – letzten Endes auch wegen der gestiegenen Baukosten. Bleibt dem enttäuschten Investor die Hoffnung, dass ihm ein anderer Interessent sein Konzept abkauft. Denn in das hat er eine ganze Menge Geld gesteckt.

Wohl ebenfalls enttäuscht sein dürften die Fraktionen von Bündnis 90/ die Grünen, FWG und FDP. Hatten sie doch beantragt, dass für eine Lenkungsgruppe zu Wirtschaftsförderungsstategien je Partei nur ein Mitglied entsendet wird. Da wollte aber insbesondere die SPD nicht mitspielen. Sie winkte den gemeinsamen Antrag der drei kleinen Fraktionen als absurd ab, mit der Begründung, die Mehrheitsverhältnisse der vom Volk gewählten Parteien widerspiegeln zu wollen. Die CDU war zwar ebenfalls gegen den Antrag, lenkte aber ein und sicherte zu, nur ein Fraktionsmitglied für die Lenkungsgruppe ins Rennen schicken zu wollen.

Ebenso streitlustig zeigten sich diese Woche die örtlichen Landwirte. Bei einer Kundgebung in Münster machten sie ihrem Ärger Luft. Zu hohe Auflagen, sinkende Wirtschaftlichkeit und mächtig Kritik aus der Gesellschaft: Das wollen die heimischen Bauern nicht mehr hinnehmen. Sie haben zunehmend das Gefühl, dass ihr Job nicht mehr geschätzt wird. Nicht besonders geschätzt wird auch die Windkraft in Vellern. Windenergie ja, aber doch nicht vor unserer Haustür, lautet da der Tenor. Das bekräftigt zumindest immer wieder die Bürgerinitiative „Gegenwind Vellern“, die zu Beginn der Woche erneut zu einer Infoveranstaltung eingeladen hatte. Dass die Firma Baywa, die die Propeller vorm Dorf errichten will, nun der grundstücksmäßig beteiligten Kirche mit Scheinchen als Entschädigung winkt, passt den Gegnern gar nicht.

Mit Ernst Ulrich von Weizsäcker war diese Woche ein wahrlich kluger Kopf zu Gast in der Püttstadt. Nach seinem Vortrag war in der VHS-Aula sicher auch dem Letzten klar: Wenn die Welt vor dem Klimakollaps bewahrt werden soll, muss gehandelt werden. Und zwar schnell. Ob Windräder da wohl schon die Lösung des Problems sind?

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