Beckumer Freibadrutsche wird viel teurer
Die Wasserrutsche für das Freibad Beckum kommt ein Jahr später und wird nach aktueller Planung 60 000 Euro teurer als zunächst vorgesehen.

Die erste Pflicht der Mitglieder im neu gebildeten Betriebsausschuss des Rates war eine traurige: Stilles Gedenken galt zum Auftakt dem am Freitag verstorbenen Mitglied Rainer Ottenlips (SPD).

Kai Braunert ist Vorsitzender

Als erster nach der Kommunalwahl in Beckum tagender Ausschuss befasste sich das Gremium, unter Vorsitz von Kai Braunert, anschließend mit den Wirtschaftsplänen für die Eigenbetriebe der Stadt Beckum.

Dass die Corona-Pandemie auch dabei eine besondere Rolle spielt, machte Maria Schlieper in ihrer Prognose über die Entwicklung des Eigenbetriebs Energieversorgung und Bäder deutlich. Dessen Finanzkonzept sieht zwar einen Jahresüberschuss von 202.600 Euro vor.

Einnahmeverluste bei den Bädern

Aber speziell beim Bäderbetrieb ist mit Einnahmeverlusten zu kalkulieren. „Wir rechnen nochmal mit einem Corona-Jahr“, machte Schlieper deutlich, die zuvor Besucher- und Umsatzrückgänge in den Bädern im laufenden Jahr bilanziert hatte (siehe Hintergrund).

Dazu kommen Investitionsvorhaben, die das Bäder-Budget weiter belasten. 93.500 Euro müssen in die Sanierung des undichten Hallenbad-Dachs gesteckt werden – und zwar kurzfristig. Dazu ist es erforderlich, die Photovoltaik-Anlage vom Dach zu demontieren, die die Bürgerenergiegenossenschaft Beckum (BEB) betreibt. 

Stufenanlage für 14.500 Euro

Mit erheblichen Einbußen mussten die beiden Freibäder im Coronajahr 2020 leben. Gästezahlen und Einnahmen haben sich jeweils mehr als halbiert. Im Freibad Beckum dauerte die Saison vom 9. Juni bis zum 13. September. In dieser Zeit wurden 25.573 Badegäste, inklusive derjenigen aus Schulen und Vereinen, registriert (Vorjahr: 54.176). Die Einnahmen lagen bei 32.900 Euro. Der Wirtschaftsplan hatte 79.500 Euro vorgesehen. In Neubeckum waren zwischen dem 24. Mai und dem 16. September 24.674 Badegäste (Vorjahr: 50.130) gezählt worden. Die Einnahmen blieben mit 42.700 Euro weit hinter den Erwartungen von 85.000 Euro zurück. Sämtliche Veranstaltungen in den beiden Bädern entfielen. Die jeweiligen Jubiläen sollen möglichst 2021 nachgefeiert werden.

Mit der BEB sei über das Thema bereits gesprochen worden, erklärte Schlieper. Die Sanierung der Stufenanlage im Eingangsbereich wird mit 14.500 Euro ebenfalls höhere Kosten verursachen. Das Gleiche gilt für die Fenstererneuerung im Umkleidetrakt (11.300 Euro) sowie die Erneuerung von Beckenrandfliesen in beiden Freibädern (je 5900 Euro).

Eine neue Wasserrutschenanlage sollte das Beckumer Freibad eigentlich schon im laufenden Jahr erhalten. Personalengpässe, so erklärte Schlieper, hatten die Umsetzung jedoch unmöglich gemacht. Jetzt soll in 2021 ein neuer Anlauf genommen werden.

Keine detaillierte Erläuterung

Nach wie vor kalkuliert der Eigenbetrieb Bäder dabei mit einem Zuschuss von 10.000 Euro seitens des Fördervereins Bäder. Die zunächst mit gut 140.000 Euro veranschlagten Gesamtkosten stehen jetzt allerdings mit gut 202.000 Euro im Wirtschaftsplan zu Buche. Die erhebliche Kostensteigerung wurde auch auf Nachfrage aus dem Ausschuss nicht detailliert erläutert.

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