Beckums Einzelhandel wird kritisch überprüft
Bild: Bussieweke
Berthold Neumann, der hier von Marvina Uhl befragt wird, mag die Innenstadt – unter anderem wegen des schönen Ortsbilds.
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Um die Zentren-, Einzelhandels- und Nahversorgungsstrukturen von Beckum und Neubeckum zu untersuchen, hat die Stadt das Planungs- und Gutachterbüro „Stadt + Handel“ beauftragt – unter anderem mit einer langfristigen Umfrage, die das Nutzungsverhalten in der Stadt analysieren soll.

Konzept ist keine konkrete Handlungsanweisung

Seit dem 13. März und noch bis zum 23. März sind Studierende aus Dortmund, dem Standort des Gutachterbüros, in den Zentren Beckums und Neubeckums unterwegs, um Stimmen einzufangen. Zusätzlich läuft bis Ende des Monats eine Online-Umfrage.

„Das Konzept ist keine konkrete Handlungsanweisung“, betont Ralf Bzdok. Es gehe vielmehr darum, eine statistische sowie rechtlich fundierte Basis für die Stadtentwicklungsplanung zu schaffen. „Ein Einzelhandelskonzept zielt immer auf planungsrechtliche Grundlagen ab“, sagt der Stadtplaner. Uwe Denkert, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, ergänzt: „Niemand kann ein konkretes Konzept zur Rettung der Innenstädte entwickeln.“ Nicht, dass das in Beckum so zwingend notwendig sei.

Mix aus Shopping und Entspannung macht den Einkaufsbummel attraktiv

Und, das sei ein verbreiteter Irrtum, beim Konzept gehe es nicht vordergründig um die Stärkung der Innenstadt. Stattdessen solle Beckum gesamtheitlich in den Blick genommen werden. „Möchte beispielsweise ein Unternehmen, das auch Kunden von außerhalb anzieht – ein Schuh- oder Bekleidungsgeschäft zum Beispiel –, am Stadtrand eröffnen, können wir dazwischengrätschen und uns auf das Einzelhandelskonzept berufen“, erklärt Denkert.

Mit dieser Grundlage könne man argumentieren: Ziehe ein solches Geschäft die Menschen lediglich in die Randgebiete der Stadt, schade das dem Einzelhandel. Denn der klassische Mix, der heutzutage einen Einkaufsbummel attraktiv mache – Shopping und Entspannung, etwa in Form von Kaffeetrinken oder Eis-Essen – sei dort nicht gegeben.

Das Konzept, für dessen Erarbeitung 37 842 Euro in den Haushalt eingeplant sind, stellt lediglich fest. „Die konkrete Anwendung muss in Bebauungsplänen festgehalten werden“, sagt Denkert.

Mehr zu dem Thema lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der „Glocke“.

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