Bei Filou schlägt die (Be-)Geisterstunde
Im Schlosskeller arbeiten (v.l.) Toni (Heike Brockmeyer), Onkel Max (Hermann-Josef Berkemeier), Katrin (Jutta Friedrichs), und Hugo (Marion Holtmann) an einem Zaubertrank, der sie für kurze Zeit sichtbar machen kann.

Denn wer den Film „Das Spukschloss im Spessart“ von 1960 kennt und die Darsteller aus der damaligen Elite des deutschen Nachkriegsfilms, weiß, welchem Vergleich sich die Laienschauspieler freiwillig aussetzten.

Regisseurin Meike Wiemann bewies ein Glückshändchen bei der Besetzung der Rollen. Nach einem Schönwettertag hatten die Zuschauer Zeit, sich köstlich zu amüsieren – fast so wie im Kino der 1960er-Jahre, als dieser Spielfilm der Renner war. Geistergeschichten faszinieren eben bis heute.

Wenn sich dann erwachsene Männer und Frauen nach Herzenslust auf der Bühne austoben und wie Kinder ihren Schabernack treiben, ist tosender Applaus sicher. „Für Sie tun wir alles“, versichern die zu Geistern gewordenen Räuber Onkel Max, Hugo, Jockel, Toni und Katrin im Chor Charlotte von Sandau und legen so richtig Hand an.

Denn die Comtesse ist mächtig in der Bredouille. Ihr Vater hat ihr neben dem Schloss einen Haufen Schulden hinterlassen. Hauptgläubiger Hartog Senior würde nur zu gern aus dem Gemäuer ein uriges Hotel machen. Sohn Martin wird vorgeschickt, um das Terrain zu sondieren, verknallt sich allerdings in die Adlige. Die Geister aus dem freigelegten Gewölbe des einstiegen Wirtshauses im Spessart haben sich im Keller des Schlosses eingenistet und fliegen bei Bedarf heran.

Schließlich kommt Oberregierungsrat von Teckel mit einer vermeintlich guten Nachricht vorbei. Die Regierung möchte für 500 Mark pro Tag einen ausländischen Staatsgast im Schloss einquartieren. Prinz Karlaka ist nicht nur liebestoll, sondern hat zudem wertvollen Schmuck im Gepäck, der wie durch „Geisterhand“ verschwindet. Charlotte wird beschuldigt und landet im Gefängnis.

Witzige Dialoge und gelegentlich bissige Episoden wechseln einander ab. Ob Charlotte von Sandau ihr Schloss retten kann und Zuneigung für Martin entwickelt, ist bei weiteren Aufführungen am Freitag, 27. April, sowie am Samstag, 28. April, und Sonntag, 29. April, zu sehen.

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