Bei der BWG zieht Stabilität ein
Zufrieden mit der BWG-Entwicklung: (v. l.) Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann, der scheidende Aufsichtsratsvorsitzende Werner Knepper und Geschäftsführer Bernd Klöpper.

Gemeinsam mit Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann und BWG-Geschäftsführer Bernd Klöpper zog Knepper gestern Bilanz und verwies auf eine durchaus positive Entwicklung der GmbH in den zurückliegenden Jahren. Heute zeige sie sich „deutlich rentabel und eigenkapitalstark“, wie Knepper betonte. Von branchenüblichen Fluktuationen abgesehen, sei zudem eine „erfreuliche Vollvermietung“ der aktuell 222 Wohneinheiten festzustellen, was den „bemerkenwerten Zustand“ der BWG ebenfalls unterstreiche.

Das war nicht immer so, wie Knepper anmerkte. Eine schwierige Liquiditätslage trat 2002/2003 ein, wodurch sich Stadt und LEG als Gesellschafter zum Handeln gezwungen sahen. Der Verkauf von 230 Einheiten in weniger gutem Sanierungszustand sowie der Abriss von 24 Wohnungen im Stadtteil Roland erwiesen sich als die richtige Antwort, wie die drei Unternehmensvertreter unisono erklärten.

Die Konsolidierungsmaßnahmen zeigten in den Folgejahren Wirkung. Die finanzielle Belastung der Gesellschaft sank, gleichzeitig erwies sich die Leerstandsproblematik insbesondere in Roland als erledigt. Die Grundstücke, auf denen die abgebrochenen Wohnblocks standen, befinden sich nach wie vor im Besitz der BWG. Und auch wenn sich die Vermarktung bisher trotz Überplanung und Neuordnung der Flächen als schwierig erwiesen hat, geht Knepper davon aus, dass sich in absehbarer Zeit Interessenten für die Flächen finden werden. „Die Marktwertigkeit wird sich ergeben“, ist er überzeugt, dass steigende Nachfrage zugezogener Bürger und die Verknappung des stadtweiten Angebots vor Ort die Ansiedlung in Roland attraktiver machen werden.

Die positive Unternehmensentwicklung der BWG bestätigt Geschäftsführer Bernd Klöpper, der auf ein Jahresergebnis 2013 verweist, das mit 101 000 Euro stolze 57 000 Euro über dem Vorjahreswert liegt. Dazu beigetragen hat eine gute Vermietungssituation im Ortsteil Beckum und eine zufriedenstellende Lage in Roland, wie Klöpper ausführte. Von den 222 Wohnungen im Gesamtbestand standen zum Jahresende 2013 lediglich zwei leer.

Die erfolgte Anpassung der Sollmieten um sieben Cent pro Monat und Quadratmeter bezeichnete Klöpper als moderat. Nach wie vor sei es Ziel des Unternehmens, Wohnraum zu normalen Preisen für breite Schichten zur Verfügung zu stellen, erklärte Klöpper. Folglich bewegten sich die Mieten auf durchschnittlichem Niveau des örtlichen Mietspiegels und in keinem Fall darüber. Im Bestand der BWG befinden sich aktuell 135 frei finanzierte und 87 öffentlich geförderte Wohnungen mit einer Wohn- und Nutzfläche von 15 000 Quadratmetern. 46 liegen im Ortsteil Beckum, 140 in Neubeckum und 36 in Roland. Das Bemühen der Gesellschaft um ein attraktives Angebot drückt sich laut Klöpper auch im Anstieg der Instandhaltungskosten pro Quadratmeter von 11,63 Euro im Jahr 2012 auf 13,58 Euro im Folgejahr aus.

Auch künftig, so erklärte der Geschäftsführer, wird sich die BWG in erster Linie auf die Konsolidierung und die Pflege des Bestands konzentrieren. Investive Maßnahmen, etwa im Bereich des Mehrgenerationenwohnens, stehen für die Gesellschaft nicht auf der Agenda, wie auch Aufsichtsratsvorsitzender Werner Knepper unterstrich. Aus Sicht der Stadt gelte es, bei der Nachfrage-Befriedigung in erster Linie auf Privatinvestoren zu setzen. Aktuelle Projekte wie zurzeit an der Kettelerstraße und am Paterweg zeigten, dass dies auch funktioniere.

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