Beide Rathäuser fest  in Narrenhand
Den Stadtschlüssel nahm Prinz Thomas I. in Beckum dem Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann ab.

Auch wenn er sich immer etwas ziert: Am Vormittag blieb Dr. Karl-Uwe Strothmann nichts anderes übrig, als Stadtschlüssel Numero eins in Neubeckum an Prinzessin Beatrix I. Marx und ihre Hofmarschallin Anja Richter rauszurücken. Da half es auch nicht, dass sich der bis dato Erste Bürger nach mehrmaliger Aufforderung zur Kapitulation hinter einer Tür im Rathaus vor seinen Häschern versteckte.

Gestellt und vor das Rathaus gezerrt, musste der als „Rastaman“ verkleidete Bürgermeister die elf Gebote von Prinzessin Beatrix zur Kenntnis nehmen. Unter anderem soll laut deren Dekret statt des BE-Kennzeichens ein NB-Schild eingeführt, der Rosenmontagszug nach Neubeckum verlegt oder ein weiteres weiß-rotes Klohäuschen auf dem Platz der Städtepartnerschaften errichtet werden.

Die Sache mit den Nummernschildern griff der Bürgermeisterseinerseits auf, als er am Nachmittag auf dem mit Narren dicht besetzten Beckumer Marktplatz seine Konditionen für die Schlüsselübergabe diktierte. Ganz Ahlen mit BE-Kennzeichen auszustatten war nur eine Idee, die er seinem „Nachfolger“ an der Stadtspitze, Prinz Thomas I., nahelegte.

Strothmann verlangte unter anderem, dass das Stadtsäckel bei Bedarf täglich von der Volksbank aufgefüllt wird, dass die Schwerter der Stadtwache die Beckumer Kreisverkehre zieren mögen und der Karnevalszug am Kulturbahnhof halten möge.

Der etwas heisere Prinz Thomas I. und sein Hofmarschall Ralf Gailus waren um Antworten nicht verlegen. Sie konterten nach der Schlüsselübergabe mit elf prinzlichen Statuten, zu denen die Einführung eines Einbürgerungstests in der Karnevalsabteilung des Stadtmuseums und des Rumskedi-Talers als offizielles Zahlungsmittel gehörten. Ein Trainingszentrum für Karnevalsgruppen am Tuttenbrock, eine spendenfinanzierte Gesangsausbildung für den Kater Rumskedi und eine Wagenbauerhalle am neuen Bauhof zählten ebenfalls zu den guten Ideen der neuen Stadtoberhäupter. Die teilen ihre närrische Macht übrigens gerne mit dem Kinderprinzenpaar Jan II. und Alina I., die gemeinsam mit Mundschenk Joel und Kater Lara ein überzeugendes und vielbeklatschtes Debüt auf der Marktbühne gaben.

Für neue Töne bei der Zeremonie sorgte dort nicht nur die Kapelle aus der polnischen Partnerstadt Grodków, sondern auch die Alte Beckumer Stadtwache und das Fanfarencorps Weiß-Rot. Sie intonierten zur Freude des Stadtprinzen und bekennenden Schalke-Fans gemeinsam die Knappen-Hymne „Blau und Weiß“.

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