Bergstraße 15: Bebauung keine Pflicht
Vorbei am verkehrsberuhigenden Blumenkübel und einem vor dem Grundstück Bergstraße 15 geparkten Pkw öffnet sich der Blick auf die frsiche Baulücke.

Unter ihnen Eva Gerke, die jetzt Antwort auf ihre Anfrage zu dem Thema aus dem Rathaus erhalten hat. Gleichzeitig verbreitete die Pressestelle der Stadt eine Stellungnahme zu dem Thema.

Der Antrag auf Abriss des Gebäudes, so geht daraus hervor, wurde bauordnungs- und denkmalrechtlich bei der Stadt Beckum geprüft und am 9. August genehmigt. Dadurch, so räumt Uwe Denkert als kommissarischer Leiter des Fachbereichs Stadtplanung und Wirtschaftsförderung ein, entsteht aktuell eine Lücke in der Straßenrandbebauung. Das seit Jahren leerstehende Gebäude sei jedoch in einem schlechten Zustand, eine weitere Nutzung daher für den Eigentümer unwirtschaftlich gewesen.

Für die Bergstraße gilt kein Bebauungsplan, wie die Verwaltung weiter erklärt. Das heißt, dass sich alle Bauvorhaben nach Art und Maß in die umgebende Bebauung einfügen müssen. Eine Pflicht zur Neubebauung der entstandenen Lücke bestehe nicht. Allerdings gelte für die gesamte Innenstadt von Beckum seit 1989 eine Erhaltungssatzung, die der Eigenart des Stadtkerns Rechnung tragen soll. Bei der Nachnutzung des Grundstücks im historischen Pulortviertel sei daher im Sinne der Satzung auf eine ins Gesamtbild passende Lösung zu drängen. In diesem Zusammenhang seien bereits Gespräche mit dem Eigentümer geführt worden. Der Fachbereich Stadtentwicklung nehme dabei seine Beratungsfunktion aktiv wahr. Ziel der Bemühungen muss nach Denkerts Worten die Herstellung eines „angemessenen Straßenbildes“ sein.

Er  macht in seinem Schreiben auch deutlich, dass die bestehenden Voraussetzungen nicht ein grundsätzliches Verbot für Grundstückszufahrten oder Parkplätze bedeuten könnten. Im Innenstadtbereich seien eine Vielzahl von historischen und auch neueren Zufahrtsbereichen vorhanden. Hier sei immer eine Abwägung zwischen den Belangen des Ensembleschutzes im historischen Stadtkern und den Anforderungen an eine zweckentsprechende Erschließung zu treffen.

Die beiden Stellplätze vor dem Grundstück Bergstraße 15 stehen nach den Abbrucharbeiten wieder zur Verfügung. Sollten sie künftig für eine Grundstückszufahrt entfallen, müsste ortsnah entsprechender Ersatz geschaffen werden, wie die Stadt erklärt. Dabei dürfe sich die Zahl der öffentlichen Stellplätze nicht verringern. Bei einer Änderung des Bauprogramms für die Bergstraße sei die Abstimmung in den politischen Gremien der Stadt Beckum erforderlich. Denkert stellt fest: „Für alle in diesem Zusammenhang entstehenden Kosten im öffentlichen Straßenraum müsste der Veranlasser der Stellplatzverlegung aufkommen.“

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