Bürgermeisterkandidat Gerdhenrich redet Klartext
Bild: Fernkorn
Im Austausch über die Zukunft der Eichendorffschule: Schulleiterin Andrea Schlinkmann und SPD-Bürgermeisterkandidat Michael Gerdhenrich (parteilos).
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Der parteilose SPD-Bürgermeisterkandidat äußerte sich zur Zusammenlegung der Paul-Gerhardt-Schule und der Eichendorffschule am Standort der ehemaligen Kettelerschule. „In der jetzigen Situation spreche ich mich klar gegen die Schließung und Verlegung der Eichendorffschule im Jahr 2021 aus“, betont Gerdhenrich. Ein wesentliches Argument für den Zusammenschluss der beiden Grundschulen sei von Anfang an gewesen, dass drei Grundschulstandorte wirtschaftlicher seien als vier.

„Einschätzung ins Blaue“

Außerdem sei der Aufwand zur Verbesserung eines kleinen Standortes vor dem Hintergrund des bereits bestehenden, sanierten und bedarfsgerechten Standortes der ehemaligen Kettelerschule nicht zu rechtfertigen, fasst Gerdhenrich den Standpunkt der Gegenpartei zusammen.

Um selbst zu einem anderen Schluss zu kommen: „Rückblickend muss man leider sagen, dass das wohl eine Einschätzung ins Blaue hinein war.“ Die ursprünglich veranschlagten Kosten für die Umgestaltung des Standortes der ehemaligen Kettelerschule hätten sich schon jetzt massiv erhöht, betont der SPD-Bürgermeisterkandidat. Und ein finales Konzept für den Umbau und eine abschließende Kostenschätzung existierten bis heute nicht. Das alles gipfelt für Gerdhenrich in der Frage: „Wie kann man da von einem sanierten und bedarfsgerechten Grundschulstandort sprechen?“

Zugleich räumt der SPD-Kandidat ein, dass die Zusammenlegung der beiden Grundschulen in Zukunft „ja durchaus sinnvoll sein mag“. Er kritisiert jedoch die Planung und Umsetzung. Was die Eichendorffschule betrifft, hält Gerdhenrich fest: Eine Schließung und Verlegung in der jetzigen Situation wäre falsch, unnötig und übereilt.“ Eine andere Meinung hat Gerdhenrich zur Paul-Gerhardt-Schule: „Mit dem Verkauf des Grundstücks sowie der Verlegung der Schule an den Standort der ehemaligen Kettelerschule machen wir einen richtigen Schritt.“ Dieser sei zunächst aber auch ausreichend. Gerdhenrich betont abschließend: „In Sachen Bildung, Erziehung und Grundschullandschaft ist kein Platz für Experimente.“

FWG fühlt sich unfair behandelt

Das Thema ist nicht nur für Schüler, Eltern und Lehrer, sondern selbstverständlich auch für die Lokalpolitiker von großer Bedeutung. Umso verwunderter zeigte sich Gregor Stöppel, dass seine FWG-Fraktion nicht zur Übergabe der Petition am Freitag eingeladen worden war. Stöppel machte seinem Unmut Luft: „Die Tatsache, dass die Ratsfraktionen von FWG, Grünen und FDP von der Elterninitiative ,Rettet die Schullandschaft’ nicht zur Übergabe der Petition an Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann eingeladen worden sind, ist sehr ärgerlich und wirft Fragen auf: Wie halten es die verantwortlichen Akteure in der Elterninitiative eigentlich mit Fairness und dem Willen, auf der Sachebene agieren zu wollen?“

Tanja Brunnert von der Elterninitiative stellte klar, „dass aufgrund eines uns nicht erklärbaren Fehlers nicht alle Fraktionen über die Petitionsübergabe informiert waren“. Tatsächlich habe die Information über die Übergabe nur die SPD und die CDU erreicht. „Das war von uns in keinster Weise so beabsichtigt“, hält sie fest. Eine Entschuldigung sei per E-Mail an alle Fraktionen rausgegangen. Ebenso der Hinweis, dass sie jederzeit an dem Wochenabschluss teilnehmen könnten.

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