Corona-Virus hält Apotheker in Atem
Bild: Biefang
Desinfektionsmittel sind immer in der Nähe, wenn Apothekerin Eva Tingelhoff Kunden berät. Handhygiene ist von besonderer Bedeutung.
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Dabei beruft sie sich auf Informationen des Robert-Koch-Instituts. Die Apothekerin weiß, wie viele falsche Informationen gerade im Umlauf sind. „Einige Menschen drehen durch“, bringt sie es auf den Punkt. Ein Indiz dafür: Atemschutzmasken sind ausverkauft. Die Nachfrage nach Desinfektionsmittel ist hoch. Handhygiene ist derzeit von besonderer Bedeutung, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. Ein Aushang an der Fensterscheibe der Apotheke informiert über Präventionsmaßnahmen. So sollten die Hände regelmäßig mit Seife gewaschen und desinfiziert werden.

Beim Niesen und Husten Mund und Nase bedecken

Beim Niesen oder Husten sollten Bürger Mund und Nase bedecken. Vorsicht ist bei Stofftaschentüchern geboten, wie Eva Tingelhoff betont. Die sollten nur einmal benutzt und dann bei 60 Grad gewaschen werden. Ferner sollte man den Kontakt mit Menschen, die Grippe-Symptome zeigen, vermeiden.

Masken für Erkrankte sinnvoll

Und was hat es mit den begehrten Schutzmasken auf sich? „Wer sie trägt, ist nicht sicher“, hält Eva Tingelhoff fest. Die Masken sind aber notwendig, wenn man den Verdacht hat, selbst krank zu sein. Insgesamt hat die Apothekerin festgestellt, dass viele Eltern Beratungsbedarf haben. Sie gehen in die Apotheke, weil sie sich Sorgen um ihre Kinder machen.

„Jeder Kunde hat nach einem Mundschutz gefragt“

„Am Mittwoch war es ganz schlimm. Jeder Kunde hat nach einem Mundschutz gefragt“, sagt Angelika Wolff. „Es ist extrem“, bestätigt ihre Kollegin Gertrud Knoth. Seitdem der erste Fall eines mit dem Corona-Virus infizierten Patienten in Nordrhein-Westfalen bekannt wurde, sei bei den Kunden Panik ausgebrochen, erklären die beiden Mitarbeiterinnen der Stephanus-Apotheke in Beckum. Schutzmasken habe die Apotheke schon seit Längerem nicht mehr vorrätig, betonen die beiden. „Die Firmen können nicht mehr liefern“, sagt Knoth.

Desinfektionsmittel nicht mehr lieferbar

Die beiden Mitarbeiterinnen versuchen, ihre Kunden zu beruhigen. „Das Ganze ist nicht dramatischer als eine Grippe“, erklärt Gertrud Knoth. Dennoch rate sie insbesondere Menschen mit Immunerkrankungen und älteren Kunden dazu, derzeit Menschenansammlungen zu meiden. Es gelte jedoch, Panikmache zu verhindern, und ruhig zu bleiben. Wie groß die Panik bei den Kunden jedoch ist, zeigt das spärlich ausgestattete Regal mit Desinfektionsmittel. „Das ist der Restbestand“, sagt Angelika Wolff. Acht Flaschen waren am Donnerstag noch vorrätig. Nachbestellen kann das Team das Sterilium nicht mehr. Auch hier herrscht Engpass.

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