Dicke Stahlwände verwehren den Zutritt
Bild: Krogmeier
Die mächtige Tresortür in der Hauptstelle der Sparkasse Beckum-Wadersloh öffnet Jürgen Schnittker für die „Glocke“.
Bild: Krogmeier

 „Zutritt verboten!“, dieses Schild prangt zwar nicht im Eingangsbereich in diese geheimnisvolle Welt. Trotzdem sind Besucher in diesem Teil der Hauptstelle der Sparkasse Beckum-Wadersloh nicht erwünscht. Der Tresor ist eine verbotene Zone und für die Kunden tabu.

Für die „Glocke“ öffnet die Sparkasse Beckum-Wadersloh an diesem Vormittag ihr „Heiligtum“ im Keller der Hauptstelle an der Weststraße für ein kleines Stückchen. Ein spannender Blick hinter die Kulissen dieser unbekannten Räume, in denen sich alles um das liebe Geld dreht, wird möglich.

Zunächst jedoch geht es über eine Wendeltreppe in die Tiefe in einen Vorraum. Hier stehen unter anderem Zähl- und Laminiergeräte, hier ist auch die Schleuse eingebaut, durch die die Geldlieferungen von der Bundesbank abgefertigt werden. Dann versperrt die massive Tresortür den Weg. Dahinter werden die benötigten Bargeld-Reserven der Sparkasse sicher gelagert. Die Stahltür ist 50 Zentimeter dick, die Zargen bringen es auf 65 Zentimeter. Geöffnet werden kann sie nur im Zusammenspiel von zwei berechtigten Sparkassen-Mitarbeitern. Sicherheit wird hier eben ganz groß geschrieben.

Hinter dieser Tresortür sind die Geldbestände für Haupt- und Zweigstellen der Sparkasse gut aufgehoben. „Unser Tresor ist sicher“, macht Martin Quante, Sicherheitsberater des heimischen Geldinstituts, im Gespräch mit der „Glocke“ deutlich. Dass der Tresor wie vorgeschrieben zertifiziert ist, ist selbstverständlich. Schließlich richtet sich die Höhe der Geldmenge, die hier gelagert werden darf, nach dieser Zertifizierung.

Hartgeld-Berge werden geprüft

Die Tresorräume der Sparkasse Beckum-Wadersloh sind nicht nur eine Lagerstätte für die benötigten Bargeldvorräte der Bank. In diesem sicheren Bereich sind auch einige Arbeiten angesiedelt, bei denen natürlich das Geld im Mittelpunkt steht. Zählen und prüfen, rollieren und vakuumieren – das sind Schlagworte, die die Arbeitsläufe charakterisieren, die vom Kassenteam bewältigt werden.

„Von hier aus wird die komplette Geldversorgung für die Hauptstelle und alle Zweigstellen koordiniert und sichergestellt“, macht Jürgen Schnittker, Abteilungsleiter Werbung und Öffentlichkeitsarbeit vor Ort im Tresor im Gespräch mit der „Glocke“ deutlich. Dabei gilt ein geschriebenes Gesetz: Keine Münze und kein Schein gehen hier ungeprüft rein oder raus.

Gewaltige Mengen an Hartgeld kommen hier jeden Tag aus den Zweigstellen lose in Säcken an. Die Münzen gehen später weiter an die Bundesbank. Doch dafür müssen sie zunächst fachgerecht aufgearbeitet werden.

Das Hartgeld wird mit den entsprechenden Maschinen gezählt und auf Echtheit geprüft. Anschließend entstehen die vom Wechselgeld bekannten Geldrollen. Selbst so würden die Münzen von der Bundesbank nicht angenommen werden. „Wir müssen Platten zusammenstellen“, erläutert Schnittker die Vorgaben. Somit bilden jeweils zehn Rollen einer Stücklung eine Platte, die eingeschweißt werden muss. Vom Cent-Stück bis zur Zwei-Euro-Münze liegen also die acht unterschiedlichen Geldstücke in solchen Zehnerplatten für die Reise zur Bundesbank bereit. Nur der Eigenbedarf wird weiter in Beckum aufbewahrt.

„Hartgeld haben wir immer im Überschuss“, weiß Schnittker zu berichten. Rund 100 000 Euro laufen hier pro Woche durch und werden für den Abtransport vorbereitet. Bis zu 30 Stunden pro Woche sind die Mitarbeiter damit beschäftigt. Bei der Bundesbank werden die Platten übrigens gar nicht mehr aufgemacht, sondern nur noch gewogen.

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