Dr. Markus Pieper (MdEP) besucht Beumer
In Gegenwart (v. l.) der Stellvertretenden Bürgermeisterin Resi Gerwing und des Fraktionschefs der CDU, Markus Höner, tauschten sich Firmenchef Christoph Beumer und Europaabgeordneter Dr. Markus Pieper unter anderem über Strategien zur Stärkung der Europäischen Union, die Situation mittelständischer Betriebe und die allgemeine politische Wetterlage aus.

Denn zu den selbst auferlegten Hausaufgaben des Europaabgeordneten gehört es, alle zwei Wochen ein Unternehmen zu besuchen, um Anregungen mit nach Brüssel zu nehmen. Die bekam der Politiker in Gegenwart der Stellvertretenden Bürgermeisterin Resi Gerwing und des Fraktionschefs der CDU, Markus Höner vom Firmenchef an der Oelder Straße.

Der Verfechter der Wirtschaftsunion beschrieb neben seinen Sorgen zur politischen Wetterlage seine Zukunftsvision eines starken europäischen Wirtschaftsraums. Um künftig weiter mit Indien, China und Nordamerika konkurrieren zu können, stelle er sich als vierten großen Wirtschaftsraum Europa mit Teilen Russlands vor. Auch schwächere europäische Staaten wie Griechenland müssten im Rahmen der Möglichkeiten ihren Beitrag dazu leisten, betonte Beumer.

Zur Lage bei der Beumer Group selbst erfuhr Pieper, dass man sich 2003 entschied, international größer zu werden. Und die Rechnung sei aufgegangen. In Beckum habe sich die Zahl der Mitarbeiter seitdem auf 1000 erhöht, weltweit auf 4200. Um zu überleben, würde man sich flexibel darauf einstellen, was draußen passiere, wandte Beumer den Blick in Richtung Handelsembargos. Man müsse breit aufgestellt sein, um aus derartigen Maßnahmen resultierende Schwankungen auszugleichen.

Mitarbeitern Einsätze in Ländern schmackhaft zu machen, in denen die Verweilbedingungen schwierig seien, sei allerdings ebenso ein Problem wie die vorübergehende Absenkung der Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden gemäß Tarifabschluss mit der IG-Metall. Auch die schlechte Versorgung mit Glasfaser-Netzen erwähnte Beumer kritisch. Telefonieren auf Straßen in Namibia sei leichter als auf deutschen Hauptautobahnen, monierte er. Außer über das Thema Flüchtlingspolitik tauschte man sich über die Auswirkungen der Datenschutz-Grundverordnung aus. Ärger mache sie – das sei aber in Anbetracht der Umsetzung ein eher typisch deutsches Problem, erklärte der Europaabgeordnete. Andere Länder würden auch nicht sofort Bußgelder verteilen, mahnte Dr. Markus Pieper.

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