Ehec-Erreger: Krankenhaus ist vorbereitet
Eins der obersten Gebote in Zeiten der Ehec-Erkrankungen ist sorgfältige Handhygiene, wie hier Pflegedirektor Michael Blank, Hygiene-Fachkraft Ulla Altewischer, Chefarzt Dr. Nikolaos Nikolaidis und Ärztlicher Direktor Dr. Wolf-Dieter Oberwetter demonstrieren.

Nicht, dass der Ehec-Erreger bisher ein Unbekannter in der Medizin gewesen sei. „Er ist als solcher nicht neu, in der jetzt auftretenden Virulenz allerdings schon“, beschreibt Oberwetter die Situation. Die stellt ihn und sein Team im Krankenhaus momentan vor eine gewisse Herausforderung.

Bisher kein Ehec-Verdachtsfall

 Zwar hat es bisher in dem Beckumer Haus keinen bestätigten Ehec-Verdacht gegeben. Und auch ein Ansturm besorgter Patienten ist nicht zu verzeichnen. Trotzdem, so machte Oberwetter gemeinsam mit Pflegedirektor Michael Blank, Chefarzt Dr. Nikolaos Nikolaidis und Hygiene-Fachkraft Ulla Altewischer im Gespräch mit der „Glocke“ klar, werden im Krankenhaus vorsorgliche Maßnahmen ergriffen.

Isolierabteilung eingerichtet

Die beziehen sich zunächst einmal auf die Versorgung möglicher Patienten. Wer mit Verdacht auf Ehec eingeliefert wird, kommt zunächst in eine Isolierabteilung, bis die Diagnose zuverlässig gestellt ist. Ein Zweibettimmer wird für diesen Zweck vorgehalten. Der Test an sich ist Dank des in Münster gerade entwickelten Verfahrens in Stundenfrist erledigt. Im Fall eines positiven Befundes wird der Patient in ein Zentrum verlegt, wo eine optimale Versorgung möglich ist. Oberwetter erinnert daran, dass mit einer Antibiotika-Therapie nichts auszurichten sei.

Medizinische Zentren im Umfeld

Denkbare Aufnahmekliniken stünden in Münster, Dortmund oder Hamm-Heessen zur Verfügung. Dort allerdings kann ein Haus wie das Beckumer Elisabeth-Hospital keine intensivmedizinischen Kapazitäten auf Vorrat „buchen“. Konsequenz: Sollte es zu einem Massenanfall von Patienten kommen, wären auch weitere Verlegungen denkbar. Das allerdings ist derzeit nicht absehbar. Vorerst konzentrieren sich alle Abteilungen des Krankenhauses darauf, Präventionsmaßnahmen penibel umzusetzen. Hilfreich ist dabei der regelmäige Austausch mit dem Gesundheitsamt, dass das Personal auf dem neuesten Stand hält.

Schutz beginnt in der Küche

Der Schutz von Patienten und Mitarbeitern beginnt in der Krankenhausküche. Dort werden generell nur Lebensmittel verarbeitet, die eine Unbedenklichkeitsbescheinigung haben. Gurken, Tomaten und Salate finden sich nach entsprechender Warnung des Robert-Koch-Instituts zur Zeit überhaupt nicht auf dem Speisezettel. Dem Schutz der Mitarbeiter dient nicht zuletzt die tägliche Besprechung. In die Informationskette einbezogen werden auch externe Arbeitskräfte, etwa aus dem Bereich Gebäudereinigung, die über Vorbeugung etwa durch sorgfältige Handhygiene ins Bild gesetzt werden.

Vorsichtsmaßregeln einhalten

Grund zur Aufregung gibt es aus Sicht der Krankenhausleitung also nicht, wohl aber allen Anlass, Vorsichtsmaßregeln einzuhalten. Denn obwohl die Sorge in der Öffentlichkeit nicht so ausgeprägt ist wie bei Schweine- oder Vogelgrippe, spricht Dr. Wolf-Dieter Oberwetter von einer „insgesamt relativ bedrohlichen Situation“. Auf die das Beckumer St.-Elisabeth-Hospital allerdings nicht nur nach seiner Meinung gut vorbereitet ist.

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