Ein Todesopfer durch Kohlenmonoxid
Bild: Eickhoff
Großalarm in Beckum in der Nacht zu Samstag Nachdem zunächst eine bewusstlose Person in einem Mehrfamilienhaus an der Kalkstraße gemeldet worden war, hatten bei Eintreffen des Rettungsdienstes die Warnmelder für Kohlenstoffmonoxid ausgelöst.
Bild: Eickhoff

Sofort wurde die Feuerwehr hinzugezogen, von der Kreisleitstelle in Warendorf weitere Rettungswagen und Notärzte in das Stadtzentrum entsandt. Sechs Feuerwehrleute hatten sich mit Atemschutzgräten ausgerüstet, um sich nicht selber in Gefahr zu begeben. Sie führten sieben weitere Bewohner, darunter zwei Kleinkinder im Alter von fünf Monaten und eineinhalb Jahren, ins Freie.

Massenanfall von bis zu zehn Verletzten

Wegen der großen Anzahl der Betroffenen wurde ein Massenanfall von bis zu zehn Verletzten ausgelöst, so dass neben weiteren Rettungs- und Krankenwagen der Hilfsorganisationen auch der Leitende Notarzt sowie der Organisationsleiter Rettungsdienst zur Kalkstraße eilten. Bei dem Gebäude soll es sich um eine Unterkunft von ausländischen Arbeitnehmern aus der Fleischindustrie handeln, die zumindest teilweise in Rheda-Wiedenbrück tätig sein sollen.

Insgesamt waren nach Angaben von Brandoberinspektor Stefan Sander rund 80 Einsatzkräfte vor Ort.

Die Kreispolizeibehörde Warendorf gab erst am Samstagmittag, gut zwölf Stunden nach dem Ereignis, eine Pressemitteilung heraus. Darin heißt es, dass die Feuerwehrleute in dem Gebäude mehrere Gasflaschen vorgefunden hätten, die möglicherweise zur Beheizung des Gebäudes genutzt worden waren und vermutlich mit der CO-Warnung in Zusammenhang stehen könnten. Die Vermutung, dass Kohlenmonoxid (CO) für die Ohnmacht des 36-jährigen Mannes ursächlich war, lag nach Polizeiangaben somit nahe. Während eine Person nicht mehr reanimiert werden konnte, wurden die übrigen Bewohner in umliegende Krankenhäuser transportiert. Ein Patient musste noch in der Nacht nach einer ersten Versorgung im Krankenhaus Beckum in eine Spezialklinik mit Druckkammer nach Gelsenkirchen-Buer verlegt werden. Zwei Polizeibeamte, die nach ersten Erkenntnissen nicht das Wohnhaus betreten hatten, wurden vorsorglich aufgrund von entsprechenden Symptomen ins Krankenhaus eingeliefert. Sie hatten sich in unmittelbarer Nähe des Einsatzortes befunden und als Ersthelfer zur Kalkstraße geeilt. Sie konnten nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden. Der Grad der Verletzungen der anderen Betroffenen, deren Identitäten und insbesondere die Ursache des Unglücks sind nach Angaben der Polizei Gegenstand der umfangreichen weiteren kriminalpolizeilichen Ermittlungen. Die müssten nun durchgeführt werden, um die Umstände des Todesfalles aufzuklären. Die Staatsanwaltschaft Münster wurde informiert und werde nach Durchführung der Ermittlungen darüber entscheiden, ob Personen strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen sind. Dabei dürfte es auch um die Frage gehen, warum offenbar Gasflaschen zum heizen eingesetzt wurden. Mit Ergebnissen sei frühestens in der nächsten Woche zu rechnen, da möglicherweise auch Sachverständigengutachten eingeholt werden und die genaue Todesursache des Verstorbenen gerichtsmedizinisch untersucht werden muss.

Kreisbrandmeister Gottmann und Bürgermeister Gerdhenrich vor Ort

Vor Ort machten sich auch Kreisbrandmeister Heinz-Jürgen Gottmann (Rinkerode) und Bürgermeister Michael Gerdhenrich ein Bild des Geschehens. Im Interview lobte der Verwaltungschef das schnelle und massive Eingreifen der Feuerwehrleute sowie der Rettungsdienstkräfte in der Nacht. Insgesamt waren nach Angaben von Brandoberinspektor Stefan Sander rund 80 Einsatzkräfte vor Ort. Der Beckumer Löschzugführer Ralf Spiekermann übernahm die Einsatzleitung. Sander führte im Gespräch aus, dass Kohlenstoffmonoxid ein geruchs- und farbloses Gas ist, dass sich durch unvollständige Verbrennung bildet. Weder gemauerte Wände noch Betonwände stellen ein Hindernis dar, so dass sich das Gas ungehindert verbreiten kann.

Erste polizeiliche Ermittlungen abgeschlossen

Nach den ersten polizeilichen Ermittlungen übergaben die Polizeibeamten das Wohnhaus an den Bereitschaftsbeamten des Ordnungsamtes. Der lies das momentan unbewohnbare Gebäude mit einem Bauzaun absichern.

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