„Ein gutes Gefühl, anderen zu helfen“
Bild: Bussieweke
Gemeinsam alte Fotos anschauen, zuhören, selbst erzählen und einfach da sein: Bettina Bartmann gibt sich viel Mühe, um den Alltag der 75-jährigen Bärbel Steinkamp zu versüßen.
Bild: Bussieweke

 „Hallo Frau Steinkamp, wie geht es Ihnen heute?“, fragt die Ehrenamtliche Bettina Bartmann, als sie das Zimmer betritt. Bärbel Steinkamp, 75, schaut auf. Ihre Miene erhellt sich. „Sehr gut, danke“, antwortet sie. Das Zimmer der Seniorin sieht nicht wirklich aus, wie man es sich in einem Seniorenzentrum vorstellt. Statt Eintönigkeit herrscht Wohnzimmer-Atmosphäre. Auf einer Kommode, die Steinkamp von zu Hause mitgebracht hat, steht ein Radio. An jeder Ecke hat die Seniorin Fotos ihrer Familie aufgestellt, an der Wand hängt ein Helene-Fischer-Poster, ihre Bettwäsche trägt die Aufschrift „FC Schalke 04“. „Soll ich Ihnen etwas vorlesen?“, fragt Bettina Bartmann, woraufhin Bärbel Steinkamp sofort nickt. Bartmann schlägt ihr Buch auf. „Es geht um einen Dackel namens Tölpel“, sagt sie, und beginnt.

„Es geht darum, da zu sein“

„Es ist ein gutes Gefühl, anderen zu helfen“, betont Bettina Bartmann. Seit einigen Monaten sei sie pensioniert und wolle die Zeit sinnvoll nutzen. Und dafür, findet sie, ist die Sterbebegleitung genau das Richtige. Wobei, sie nenne es eher Weg- oder Lebensbegleitung. „Es geht nicht darum, von Sterbebett zu Sterbebett zu gehen. Es geht darum, da zu sein“, betont sie. Damit sie dazu überhaupt in der Lage war, hat sie einen 80-stündigen Qualifizierungskursus durchlaufen, dazu ein 20-stündiges Praktikum absolviert. Dabei ging es um Themen wie Demenz, verbale und nonverbale Kommunikation sowie Trauerbegleitung.

Kursus war notwendig

„Dieser Kursus war dringend notwendig“, sagt die 57-Jährige. Vor ihrer Tätigkeit als Ehrenamtliche war sie bei einem Telekommunikations-Unternehmen angestellt, hatte mit der Pflege von Alten und Kranken nahezu gar nichts zu tun. Als Quereinsteigerin, sagt sie, könne sie sich ja nicht einfach an das Bett eines alten Menschen setzen. Sie müsse fachlich fundiert handeln können.

Dankbar für ehrenamtliche Hilfe

„Der Hospizdienst und die Ehrenamtlichen sind ein Segen“, betont Katja Hatscher, die das Hospizprojekt koordiniert. „Viele Bewohner haben keine Verwandten und bekommen wenig bis gar keinen Besuch“, erklärt sie. Da sei jede Hilfe willkommen, die den hauptamtlichen Mitarbeitern unter die Arme greife.

Mehr zur hospizlichen Begleitung und den Kursen für Ehrenamtliche lesen Sie in der Freitagsausgabe der „Glocke“ im Beckumer Lokalteil.

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