Eiskalter Kater und heiße Stimmung
Tausende Narren säumten bei kaltem, aber sonnigem Wetter die Beckumer Straßen.

Denn zu diesem Zeitpunkt hatten sich nicht nur die Pinguine auf dem Marktplatz trotz eisigen Ostwindes bereits in heiße Stimmung gebracht. Erstes Kälteopfer des Tages war zuvor der Kater Rumskedi geworden – der große, auf dem Wagen. Er musste artig bleiben und konnte wegen eingefrorener Leitungen kein Wasser versprühen. Mancher am Wegesrand registrierte es mit Erleichterung. Zunächst jedenfalls: Beim zweiten Durchgang war die Ladehemmung behoben, und den ein oder anderen Zuschauer erwischte die Dusche.

Die passende Untermalung zum Warmschunkeln boten nicht weniger als 23 Musikkapellen im Zug. Sie begleiteten den kunterbunten Tross von 43 Wagen und ebenso vielen Fußgruppen, die einmal mehr für einen echten karnavalistischen Augenschmaus sorgten. Gleich ganze Schwärme von Maja-Bienen von der KG „Stichelbach“, der KG „Wat’n Malheur“ oder den „Girlfriends“ huldigten im ersten Zugdrittel der niedlichen Zeichentrickfigur, deren Vorbild 100 Jahre alt geworden ist. Jubiläen hatten sich auch andere Wagenbauer vorgenommen. Die „Kellerkinder“ feierten 50 Jahre James Bond, wozu der Spielmannszug der Feuerwehr die klassische Erkennungsmelodie intonierte. Das rollende Stadttheater machte auf 30 Jahre Kulturinitiative Filou aufmerksam, die KG „Schildbürger“ auf ihre 40 Jahre währende Teilnahme am Umzug.

Blieb das Wikingerschiff von „Ruck-zuck Assen Lippborg“ noch mit dem Mast im Geäst eines Marktbaumes hängen, machten es die Piraten der KG „Ei kike da, Westfalie“ besser und segelten vor dem Wind über den Markt. Besondere Hingucker waren wir immer die Wagen, die lokales Geschehen aufgriffen. Während das Publikum noch rätselte, ob die „Narrenschule“ der KG „Heimatlose“ die kommunale Bildungspolitik im Visier hatte, lieferte die KG Kolping bereits Denkanstöße zum Namen „Westenfeuermarkt“. Kostenträchtige Projekte der Stadt waren auf dem Wagen des KC „Heiterkeit“ zu sehen. Grandios schließlich der überdachte Vellerner Wochenmarkt des „Alten Blauen Viertels“, das die Spannbeton-Museumsbrücke nachgebaut hat.

Bei soviel Phantasie und Detailreichtum ließ sich mancher schnell überzeugen, am Nachmittag vor dem Aufwärmen auch den zweiten Durchgang des Zuges noch einmal zu verfolgen.

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