Eltern beklagen fehlendes Konzept
Auf Protest stießen die Fusionspläne im Juni vorigen Jahres an der Eichendorffschule. Eltern und Kinder protestierten, und es wurden 1936 Unterschriften gegen die Verlagerung aus der Roten Erde gesammelt.

In einem siebenseitigen Brief an Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann gehen sechs Unterzeichner auf die aus ihrer Sicht geänderten Rahmenbedingungen ein. Die Absicht, die Paul-Gerhardt-Schule bereits vor der Eichendorffschule zum kommenden Schuljahrswechsel in das künftig gemeinsame Gebäude an der Lippborger Straße umziehen zu lassen, steht nach Auffassung von Pflegschaftsvorsitzender Nicole Brüggemann und ihrer Mitstreiter im Gegensatz zu allen früheren Erklärungen zu diesem Thema. In Frage gestellt werden die Abstimmung des Fusionsprozesses ebenso wie die Koordinierung von Umbauplanungen. Zudem bemängeln die Eltern das gänzlich fehlende räumliche und pädagogische Konzept.

Eichendorffschule wegen steigender Schülerzahlen doch erhalten?

Auch mit Blick auf die Bedarfsplanung angesichts unerwartet stark steigender Kinderzahlen fordern die Briefverfasser darüber nachzudenken, die Eichendorffschule doch zu erhalten. Sie decke perfekt den Bedarf nach von den Eltern errechneten zwei zusätzlich erforderlichen Eingangsklassen. Die Verfasser des Schreibens beklagen außerdem, dass bis heute kein pädagogisches Konzept vorliege, das für Eltern künftiger Schüler dringend erforderlich sei, um eine sichere Entscheidung über die Beschulung zu treffen. Sollte es bei den Plänen zur Zusammenlegung von Paul-Gerhardt- und Eichendorffschule bleiben, dürfe der Umzug zum neuen Schulstandort nur für Schüler in Betracht kommen, deren Eltern umfassend über das gemeinsame Konzept informiert wurden.

Auf Nachfrage der „Glocke“ kündigte Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann an, dass die Eingabe der Eltern ausführlich beantwortet werde. Einen Anlass zur Abweichung vom Fusionskonzept oder dem aktuellen Umzugs-Zeitplan sieht er nicht. „Das ist alles beraten und beschlossen“, erklärte der Bürgermeister. Er verwies ferner auf die kontinuierliche Tätigkeit der Arbeitsgruppe, die sich insbesondere mit der baulichen Anpassung der ehemaligen Kettelerschule für die Aufnahme der zusammengelegten Grundschulen befasse und der Vertreter der Eichendorffschule angehörten.

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