Entscheidung zu Pfarrzentrum steht bevor
Zur geplanten Veräußerung des katholischen Pfarrzentrums standen (v.l.) Stefanie Bathe-Funke (Kirchenvorstand), Pfarrer Thomas Linsen, Moderator Alfred Mense, Susanne Mußenbrock (Pfarreirat) und Maria Anxel (Kirchenvorstand) Rede und Antwort.

Das hätte zur Folge, dass das Gebäude der Gemeinde und damit 35 Gruppen, die die Räumlichkeiten bisher 30 Stunden in der Woche nutzen, nicht mehr zur Verfügung steht. Die Familienbildungsstätte würde nach Veräußerung allerdings am alten Standort bleiben können – gut für Neubeckum, ist man sich einig.

Beschluss muss bis 1. März vorliegen

Dass die Entscheidung im Eiltempo gefällt werden muss, ist auf einen Beschluss der Vollversammlung des Dekanats zurückzuführen. Ein Ergebnis muss danach bis zum 1. März vorliegen. Andernfalls würde man den Neubau einer Zentralrendantur in Angriff nehmen und von einer Lösung in Neubeckum absehen. Was das für die Pfarrgemeinde St. Franziskus zur Folge hätte, erklärten am Montagabend Pfarrer Thomas Linsen, Stefanie Bathe-Funke, Maria Anxel und Susanne Mußenbrock vor rund 60 Zuhörern. Bereits in diesem Jahr müsse man auf die finanziellen Rücklagen zurückzugreifen und werde auf Dauer in ein Haushaltssicherungskonzept rutschen, machte Pfarrer Linsen deutlich.

Moderiert wurde die zweistündige Gemeindeversammlung von „Glocke“-Redakteur Alfred Mense, der durch kritische, aber faire Fragestellung die Diskussion anregte und den Verantwortlichen die Möglichkeit gab, auf Ursachen und Chancen einzugehen.

Gemeinde verliert 100 Mitglieder jährlich

„Fakt ist, dass die Kirchengemeinde jährlich 100 Mitglieder verliert und damit Kirchensteuereinnahmen“, erklärte Pastor Thomas Linsen. Die Urgemeinde St. Joseph habe 1980 bei Planung des Pfarrzentrums noch 7788 Mitglieder gezählt, gab er zu bedenken. Jetzt seien es noch 4600, Vellern und Roland nicht mitgerechnet. Das Bistum schreibe aber vor, dass auf 1000 Gemeindemitglieder nur 100 Quadratmeter Nutzfläche fallen dürften. Der Neubau eines kleineren Pfarrgemeindezentrums würde vom Bistum Münster kräftig finanziell unterstützt, würde die Zentralrendantur Nachnutzer werden.

Provisorium im alten Bankhaus?

Einen etwaigen Standort hat man schon ausgeguckt. Auf rund 350 Quadratmetern könnte ein neues Pfarrzentrum neben dem „Schröder-Haus“ auf dem Gelände des Spielplatzes des Kindergartens entstehen, wenn die Tagesstätte abgerissen und die neue in Nachbarschaft der Kirche errichtet worden ist. Das sei doch ein „schönes Ensemble“, ließ Moderator Alfred Mense einfließen. Damit die Nutzer des Pfarrzentrums nicht auf der Straße stehen, könnte man sich eine Übergangslösung in der alten Dresdner Bank an der Hauptstraße vorstellen. Gespräche mit dem Leerstandsmanagement der Stadt Beckum habe man schon geführt.

„Wir können nur jetzt bauen und gestalten. Später nicht mehr“, warnte Linsen. Das neue Pfarrgemeindezentrum würde dann sogar in einem Bereich errichtet, den man ursprünglich einmal dafür vorgesehen habe, erinnerte sich Anneliese Erdmann. Die Investition würde zudem der Standortsicherung der St.-Franziskus-Gemeinde dienlich sein, mutmaßte Gudrun Röwekamp, neues Mitglied des Kirchenvorstands.

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