Ersatzbrücke für Radler und Fußgänger
Für den Kraftverkehr wird der Überweg über die WLE-Strecke auch nach einem Brücken-Neubau auf Dauer gesperrt bleiben.

Die Stadt plant nun, die marode Überführung abzureißen und an ihrer Stelle eine Querung für Fußgänger und Radfahrer zu errichten, wie Volker Hahne vom Fachdienst Tiefbau auf Anfrage der „Glocke“ erklärte. Ob sich diese Idee umsetzen lässt, hängt allerdings maßgeblich davon ab, ob für das Vorhaben Landesmittel fließen. Ein Antrag auf Aufnahme in ein entsprechendes Förderprogramm soll kurzfristig gestellt werden, wie Hahne berichtet.

Sollte er durch die Bezirksregierung befürwortet werden, könnte das Land 70 Prozent der Kosten für den Brückenneubau übernehmen. Ob dieser bereits im kommenden Jahr oder später in Angriff genommen werden kann, hängt ebenfalls von der erhofften Förderzusage ab.

Nicht nur für Passanten ist die Querung der WLE-Trasse von Interesse. Dort kreuzen auch wichtige Versorgungsleitungen, unter anderem ein Hauptwasserrohr und eine Zehn-Kilovolt-Stromleitung, die Bahnlinie. Gemeinsam mit Vertretern der Versorgungsunternehmen fand am Mittwoch ein Ortstermin an der Brücke statt. Ergebnis: Auch das Nachfolgerbauwerk soll so ausgelegt sein, dass es auch künftig die Leitungen aufnehmen kann.

Die Erschließung des östlich der Schienen gelegenen Hofs für Kraftfahrzeuge, die bisher teilweise von der Vorhelmer Straße aus erfolgte, wird künftig über die Steinkühlerstraße im Gewerbegebiet „Obere Brede an der A 2“ erfolgen, wie Hahne weiter erläuterte. Die bisher provisorisch geschotterte Zuwegung zur Hofstelle soll in Kürze weiter befestigt werden.

Während die Planungen für den Ersatz der WLE-Querung auf Hochtouren laufen, bereitet der Stadtverwaltung der schlechte Zustand von zwei Brücken über den Rüenkolk, die bereits provisorisch gesichert werden mussten, kein Kopfzerbrechen. Sie werden im Zuge des begonnenen Gewässerumbaus im Dienste des Hochwasserschutzes überflüssig und können abgetragen werden.

Die WLE-Überführung und die Rüenkolk-Brücken sind indessen nicht die einzigen Problemfälle. Schon lange nichts mehr geht auf dem Überweg über die Werse zwischen dem Ostwall und dem Edeka-Parkplatz. Ebenfalls wegen Baufälligkeit gesperrt, steht die ehemalige Zufahrt zur Firma Gebrüder Becker auch Radfahrern und Fußgängern nicht mehr zur Verfügung. Dabei wird es wohl auch langfristig bleiben. Denn an eine Instandsetzung oder gar Erneuerung an dieser Stelle ist nicht gedacht, wie Heinz-Josef Heuckmann vom Fachdienst Natur und Umwelt erklärt.

Für den gesamten Bereich soll eine Lösung im Zusammenhang mit der Renaturierung der Werse gefunden werden. Die könnte nach aktuellem Stand so aussehen, dass der marode Überweg und die benachbarte Brücke am alten jüdischen Friedhof zu einer Wersequerung zusammengefasst werden. In Frage käme die weitere Nutzung der vorhandenen kleinen steinernen Brücke. Aber nur, sofern sie die in diesem Abschnitt geplante Bauarbeiten übersteht. Denn ihre Fundamente sind baulich mit dem Rest eines Stauwerks am alten E-Werk verbunden, das laut Heuckmann der Werse-Umgestaltung weichen soll.

Sollten sich Abriss des Wehrs und Erhalt der Brücke nicht vereinbaren lassen, käme auch der Bau eines neuen Überwegs, eventuell zwischen den beiden bestehenden Brücken, in Betracht. Im Zuge der Gesamtmaßnahmen sollen voraussichtlich 2016 die Hallen auf dem Gelände der alten städtischen Gärtnerei abgerissen werden, um auf dem Grundstück die dort bisher verrohrte Werse freizulegen. Die bisher in ein Kastenprofil gezwängte Werse wird auch im Bereich des Edeka-Parkplatzes nach den Plänen der Fachbehörde ihr natürliches Gepräge zurückerhalten, wie Heuckmann im Gespräch mit der „Glocke“ erklärte.

SOCIAL BOOKMARKS