Erzieherin muss mit Kündigung rechnen
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Ob die fristlose Kündigung gegen die Beckumer Erzieherin ausgesprochen werden kann, wird zurzeit in der Rechtsabteilung des Bistums geprüft.
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Wie Propst Johannes Mecking als Dienstherr auf Anfrage der „Glocke“ erklärte, stimmt er mit dem Kirchenvorstand darin überein, dass die Mitarbeiterin weder in der bisherigen noch in einer anderen Einrichtung der Beckumer St. Stephanusgemeinde weiter beschäftigt werden sollte.

Wie berichtet, hatte die Erzieherin am Donnerstag letzter Woche zwei Sechsjährige, die auf dem Kindergartengelände ins Gebüsch uriniert hatten, zur Strafe dazu bestimmt, sich auszuziehen und vor den Augen anderer Kinder das Gebäude nackt zu umrunden. Dieser Sachverhalt kann nach Meckings Worten inzwischen als gesichert gelten. Damit sei die Mitarbeiterin nicht mehr tragbar.

Ob es zu einer fristlosen Kündigung des Dienstvertrages durch den Arbeitgeber kommt, hängt nun von einer Bewertung der Rechtsabteilung beim Bistum Münster ab, wo der Vorgang zur Begutachtung vorgelegt worden ist. Binnen einer Woche, so erläuterte Mecking, muss die Entscheidung über arbeitsrechtliche Konsequenzen gefallen sein.

Der Propst bedauerte den Vorfall und die Folgen, machte aber auch deutlich, dass es zu der Position der Kirchengemeinde als Arbeitgeberin im vorliegenden Fall keine Alternative gibt. „Es ist nun einmal passiert, da muss man klare Linie fahren“, erklärte er. „So hart das erscheinen mag, es geht um die Glaubwürdigkeit der Einrichtung.“

Zur Rolle anderer pädagogischer Kräfte der Einrichtung, die sich zum Zeitpunkt des Vorfalls im Kindergarten befanden, mochte der Propst keine Aussage treffen. Nur soviel: Es sei nicht belegt, dass andere Mitarbeiterinnen die Anweisung zur Entkleidung an die Kinder mitbekommen und versäumt hätten einzugreifen.

 Die Leiterin des Kindergartens hat sich inzwischen bei der betroffenen Mutter entschuldigt. Diese erwägt nach eigener Aussage weiterhin, Strafanzeige gegen die Erzieherin zu stellen.

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