FH-Studie: Alltagsbetreuer gut geschult
Unter der Leitung von Dr. Meike Deiters (2. v .r.) und Prof. Dr. Rüdiger Ostermann untersuchten die Studentinnen die „Qualifikationsmaßnahme Betreuungsassistent“.

Und Pflegekräfte haben oft nicht die Zeit, sie dabei zu unterstützen. Deshalb bildet auch die Stadt Beckum Betreuungsassistenten aus, die in der Lage sind, mit jenen zu arbeiten, die einen erhöhten Betreuungsbedarf haben.

Wie gut die Teilnehmer auf den Berufsalltag vorbereitet werden, untersuchte eine studentische Projektgruppe vom Fachbereich Pflege und Gesundheit der FH Münster. Die Qualifizierungsmaßnahme gibt es in Beckum seit fünf Jahren. Die Teilnehmer erlernen in 160 Stunden umfassenden Theoriekursen und einem zweiwöchigen Praktikum Krankheitsbilder zu verstehen, mit den Betroffenen einfühlsam und individuell zu kommunizieren und vor allem, sie in ihrem Alltag zu begleiten.

„Im Mittelpunkt der Untersuchung stand die Qualität der Schulung“, berichtet Katharina Ley von der Projektgruppe. „Dazu gehörten vor allem die erworbenen Kompetenzen und die tatsächlichen Einsatzgebiete der Absolventen“, ergänzt ihre Kommilitonin und angehende Berufsschullehrerin Louisa Hülsmann.

48 Fragebögen an die Absolventen der Qualifizierungsmaßnahme und acht qualitative Interviews mit Vertretern von Pflegeeinrichtungen zeigten vor allem: Die Teilnehmer finden sehr schnell eine Anstellung, und die Betreuungsassistenten werden nicht in der Pflege eingesetzt, sondern gemäß ihrer Ausbildung. Die Pflegekräfte erfahren durch die Alltagsbetreuer eine Entlastung und die Bewohner eine intensivere Zuwendung. Sie sind aktiver und gehen liebgewonnenen Beschäftigungen nach. „Alle Einrichtungen empfinden die Arbeit der Betreuungsassistenten als nützlich, gut für das Betriebsklima und vorteilhaft für die Patienten“, fasst Hülsmann am Ende des Projekts die Ergebnisse zusammen.

Die Arbeitsgemeinschaft Beckumer Altenpolitik als Auftraggeber der Bewertung „wird die Wünsche bei der zukünftigen Planung berücksichtigen“, versprach deren Vorsitzender Egbert Steinhoff. Und meint damit, beispielsweise Angebote speziell für männliche Senioren zu entwickeln und noch mehr Kenntnisse für den Umgang mit dementen Patienten zu vermitteln.

Dass Ergebnisse in die Weiterbildung einfließen, verbucht Ley als Erfolg für sie und ihre Kommilitoninnen. „Ein realer Kooperationspartner – ein hoher Praxisbezug für die Studentinnen“, bilanziert Ley, beide Seiten hätten von dem Projekt profitiert. Am meisten jedoch die Betroffenen. Denn durch die zusätzliche Betreuung erhalten sie mehr Zuwendung und Wertschätzung, werden aktiver und können am Gemeinschaftsleben teilnehmen.

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