Fans setzen ein Zeichen für Fairness
Sich fair und respektvoll zu verhalten, dazu riefen italienische und deutsche Fußballfans am Samstag auf dem Marktplatz auf.

Was den Ausgang der Begegnung bei der Fußballeuropameisterschaft in Frankreich anging, waren die Facebook-Freunde eher verunsichert. Auf jeden Fall würde ein Spieler mit Migrationshintergrund das erste Tor schießen, so oder so. Diese Meinung vertrat Christian Bottazzo, der über das soziale Netzwerk dazu aufgerufen hatte, die Aktion zu unterstützen.

Zunächst aber standen die Fans beieinander, kannten sich vielleicht vom Sehen oder gar nicht und fieberten dennoch gemeinsam dem Fußballkrimi entgegen. Dabei fiel auch tatsächlich der Name Mesut Özil. Obwohl keiner der Anwesenden ahnen konnte, dass der gebürtige Gelsenkirchener tatsächlich als erster die deutschen Fans im Stadion von Bordeaux und die Daheimgebliebenen in den Wohnzimmern, den Kneipen und beim Public Viewing vom Hocker reißen würde. Ausgerechnet er, der noch vor wenigen Tagen angefeindet wurde, weil er vor Spielbeginn nicht die deutsche Hymne mitsingt. Nun setzte der Ausnahmespieler den entscheidenden Impuls für die deutsche Nationalmannschaft.

Das passte zum Thema der Fußballfans auf dem Beckumer Marktplatz: „Egal, wer gewinnt – wir zollen beiden Teams und allen Spielern Respekt“, war ihr gemeinsames Motto. Von der Dramatik und dem glücklichen Einzug der Deutschen ins Halbfinale ahnte da noch niemand etwas.

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