Fichten gehören der Vergangenheit an
Bild: Husmann
Im Stadtbusch an der Heddigermarkstraße sind auf einer Fläche von 9500 Quadratmetern sämtliche Fichten gerodet worden. Die Bäume waren 92 Jahre alt. Viele von ihnen seien bereits abgestorben beziehungsweise nicht mehr vital gewesen, erklären (v.l.) Günter Katthöver und Gärtnermeister Alfred Hagenheide die Maßnahme, die Ende vergangener Woche durchgeführt wurde.
Bild: Husmann

Statt in den dichten Wald geht der Blick nun in die freie Fläche. Auch Renate Patzelt, die ganz in der Nähe wohnt, und mit ihrem Besuch an der gerodeten Fläche vorbeikommt, wundert sich. Sie erkenne den Wald gar nicht mehr wieder, sagt sie. Als Günter Katthöver, verantwortlich für die städtischen Liegenschaften, und Gärtnermeister Alfred Hagenheide, an diesem Nachmittag vorfahren, nutzt sie spontan die Gelegenheit, um nachzufragen.

Seit drei bis vier Jahren habe man schon von dieser Maßnahme gesprochen und sie jetzt in Abstimmung mit dem Förster umgesetzt, erklärt Alfred Hagenheide. Einige der gut 92 Jahre alten Fichten seien bereits abgestorben gewesen. An vielen Kronen habe man erkennen können, dass die Vitalität der Bäume nachgelassen habe. Um die Sicherheit entlang der Wanderwege zu gewährleisten, habe die Stadt die Rodung vorgenommen.

Einen weiteren Grund für die Baumfällaktion erklärt Günter Katthöver: „Das Holz war schlagreif. Wenn man noch länger wartet, besteht die Gefahr, dass die Bäume vom Borkenkäfer befallen werden.“ Fichten seien eigentlich im Sauerland zu Hause und würden dort mit 60 bis 80 Jahren gefällt, weist Gärtnermeister Hagenheide darauf hin, dass hierzulande eher Laubbäume heimisch sind. Auf eine Aufforstung der Fläche wolle man zunächst verzichten. Der zuständige Förster Joachim Fricke vermute, dass Ahorn, Esche und Birke auf der Fläche ausschlagen werden, berichtet Hagenheide. „Der Boden wird voll sein mit Saatgut. Das liegt häufig jahrelang im Boden. Jetzt kommt Licht auf die Fläche, das ist unwahrscheinlich wichtig“, betont der Gärtnermeister.

Anders als in privaten Gärten dürfe auf forstwirtschaftlich genutzten Flächen das ganze Jahr gerodet werden, erklärt Hagenheide. Mit Rücksicht auf Brutzeiten sei möglichst spät abgeholzt worden. Im Winter verursache schweres Gerät auf dem erheblichen Flurschaden. Jetzt allerdings sei der Boden trocken. „Es sieht brachial aus, aber es hatte alles System“, führt der Gärtnermeister weiter aus. Der „Harvester“ streife beim Roden die Äste ab, lege sie in die Fahrgasse und fahre bodenschonend darüber.

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