„Finger weg von unseren Bäumen“
Bild: Clauser
Rund 200 Teilnehmer der Kundgebung auf dem Marktplatz nutzten die womöglich letzte Gelegenheit, für den Erhalt der vier Platanen zu demonstrieren.
Bild: Clauser

An diesem Abend war ihr Protest kein stiller. Anfänglich noch zurückhaltend, später unter lauten Rufen und mit Hüpfen („Wer nicht hüpft, der ist für Fällung“) machten sie ihren Standpunkt klar: Die vier Platanen müssen bleiben. Noah Schleisiek von der „Fridays-for-Future-Gruppe“ fand deutliche Worte: „Finger weg von unseren Bäumen.“ Für diese Drohung in Richtung Stadtverwaltung erntete er lauten Applaus. „Wir sollten heute nicht hier sein, aber wir müssen. Denn der Stadtrat will vier gesunde Bäume hinrichten“, sagte er. Als er den Slogan des Abends, „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bäume klaut“, ins Mikrofon rief, stimmten die mehr als 200 Demonstranten mit ein.

Viele Redner greifen zum Mikrofon

Viele Redner stiegen am Freitagabend auf das selbst gebaute Podest, um zu der Menge zu sprechen. Unter ihnen Manfred Perkuhn, der die Fällung der Platanen zu einem neuen Beckumer Schildbürgerstreich erklärte. Jonas Schrulle griff zum Mikrofon und rief: „Und der Bürgermeister – wo ist er? Warum erklärt er nicht, dass er für den Baumfrevel ist?“. Auch Maria Hagedorn lieferte ein flammendes Plädoyer für die Platanen ab. „Die Bäume sind die Verbindung von der Erde zum Himmel. Wir brauchen keinen Allerwelts-Marktplatz.“ Sie bedankte sich, dass so viele Protestler gekommen sind, aber betonte auch, dass „eigentlich Tausende hier sein müssten“. „Ich bin aus Ahlen gekommen, um die Bäume zu retten“, rief eine Frau.

Fällung am Montag

Nein, die Gegner werden noch nicht verstummen. Und still werden sie wohl, das darf man erwarten, auch am Montag nicht bleiben, wenn die Säge am frühen Morgen angesetzt werden soll.

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