Flüchtlinge ziehen in Rolandschule ein
Aus Pakistan und Bangladesh stammen die ersten sechs Bewohner der ehemaligen Rolandschule.

Die sechs Flüchtlinge, sie stammen aus Pakistan und Bangladesh, sind aus Wiedenbrück nach Beckum verlegt worden. Sie alle haben den weiten Weg nach Europa alleine angetreten und bewohnen nun ein früheres Klassenzimmer. Darin haben sie vier Doppelstockbetten, Tische und Stühle sowie zwei Kühlschränke vorgefunden. Und jetzt erhält jeder noch seinen Schrank.

In Empfang genommen werden die Neuankömmlinge von Herbert Essmeier und Martin May-Neitemann vom Fachbereich Jugend und Soziales der Stadtverwaltung. Pro Klassenzimmer, so berichten sie, werden acht Flüchtlinge in der Rolandschule untergebracht. Außerdem stehen zwei kleinere Räume zur Verfügung, um Familien eine zumindest etwas abgeschlossene Bleibe anbieten zu können.

Heute, am ersten Tag der Nutzung, werden allerdings ausschließlich Männer erwartet, dieohne Begleitung nach Deutschland gekommen sind. Auf weitere sechs Personen aus Syrien und aus Mali wird am Vormittag noch gewartet. Darüber, wie lange es dauern wird, alle 56 Plätze in Roland zu belegen, kann May-Neitemann nur Vermutungen anstellen. Wenige Tage oder vielleicht zwei Wochen? Das hängt davon ab, wie viele Flüchtlinge Beckum in nächster Zukunft zugewiesen werden.

Die Betreuung der Menschen, aber auch der Liegenschaften, in denen sie unterkommen werden, erfordert weiteres Personal. Mit Stefan Beierl kümmert sich seit gestern eine weitere Fachkraft um die Belange der Flüchtlinge. Außerdem verstärken zwei zusätzliche eingestellte Hausmeister das Team. Sie sorgen nicht nur in der Rolandschule, sondern auch in etlichen von der Stadt für die zugewiesenen Menschen angemieteten Wohnungen dafür, dass alles funktioniert.

Davon ahnen die ersten Bewohner der Rolandschule nichts. Sie erkunden ihr neues Umfeld, werden in der Gemeinschaftsküche von Dieter Gailus in die Nutzung der Induktionskochplatten eingewiesen und besichtigen die hergerichteten Toiletten- und Duschräume im Erdgeschoss und Keller. Auch ein Unterrichtsraum steht zur Verfügung. Die Männer sind zufrieden mit ihrem neuen Quartier, wie sie im Gespräch mit der „Glocke“ verraten. Ihre Odyssee hat in Roland jedenfalls ein vorläufiges Ende gefunden.

Neue Standorte Südring und Sudhoferweg

Auch das ehemalige Awo-Begegnungszentrum für Senioren am Südring soll kurzfristig zum Übergangswohnheim für nach Beckum zugewiesene Flüchtlinge werden. Das hat Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann im Gespräch mit der „Glocke“ erklärt. Die Stadt betreibt die Anmietung und Herrichtung des Objekts, wie Strothmann erklärte.

Dagegen ist die Nutzung der Firma Hagemann als Notaufnahmeeinrichtung vom Tisch. Die Bezirksregierung hat diesen Standortvorschlag der Stadt, vermutlich wegen des hohen Herrichtungsaufwands, abgelehnt. Daher beabsichtigt die Verwaltung nun, selber den Büro- und Sozialraumtrakt anzumieten, um am Sudhoferweg ebenfalls Flüchtlinge einzuquartieren. Dort, wie auch am Südring, finden laut Strothmann jeweils rund 60 Menschen Platz. Von Vorteil sei insbesondere, dass an beiden Standorten eine gewisse Infrastruktur wie Sanitärräume oder Küchen bereits vorhanden sei.

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