Fusion steht wieder zur Debatte
Das Engagement der EVB beim Kraftwerksbau in Uentrop spielte bei der Aussprache im Finanzausschuss eine Rolle.

Anlass für die Initiative ist der Umstand, dass EVB-Geschäftsführerin Dr. Marion Kapsa ihr Ausscheiden angekündigt hat. Damit sieht die Mehrheit der Ausschussmitglieder einen wesentlichen Streitpunkt zwischen den beiden vormals fusionswilligen Unternehmen beseitigt. Kapsa selbst wies allerdings darauf hin, dass sie nie auf dem Geschäftsführer-Posten bestanden, sondern sich einem Auswahlwettbewerb gestellt habe. Dies sei von Oelder Seite abgelehnt worden.

Der eigentliche Hintergrund von Kapsas Auftritt in dem Ratsgremium war ihre Expertise zur zukünftigen Geschäftsentwicklung der EVB vor der Entscheidung über den Zukauf weiterer Anteile durch die Stadt. Aus ihrem Vortrag und der anschließenden Debatte ging hervor, dass auf allen drei Geschäftsfeldern – Vertreib von Strom und Gas, Netzbetrieb und Beteiligung am Kraftwerk Uentrop – mit rückläufigen Gewinnmargen beziehungsweise Verlusten gerechnet werden muss.

In Anbetracht dieser Einschätzung hatte Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann davon abgeraten, die Option auf Zukauf von bis zu 8,9 Prozent zusätzlich wahrzunehmen. Sprecher von CDU, FWG und FDP schlossen sich dieser Bewertung an. Karsten Koch, SPD-Fraktions- und EVB-Aufsichtsratsvorsitzender in Personalunion, sprach sich als einziger nachdrücklich dafür aus, die einmalige Chance auf Erhöhung des Stadt-Anteils an dem Unternehmen zu nutzen. Eine wesentliche Rolle in der Aussprache spielte das Engagement der EVB beim Kraftwerksbau in Uentrop. Die Drohverlustrückstellung von 2,1 Millionen Euro bis 2017, so zeigte sich, wird unter Umständen nicht ausreichen, die Defizite abzufangen, die angesichts der Abnahmeverpflichtung von 15 Prozent des EVB-Strombedarfs auf das Unternehmen zukommen. Dennoch betonte Werner Knepper (CDU), dass die EVB generell gesund und durch die Beteiligung keinesfalls gefährdet sei.

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