Geriatrische Tagesklinik eröffnet
Die Seniorinnen Ingeborg Bäumer (links) und Erika Grünheit fühlen sich in der Obhut von Geriatrie-Chefarzt Dr. Thomas Vömel und Fachkrankenschwester Beate Daut bestens aufgehoben.

Zu Monatsbeginn hat die Einrichtung ihre Arbeit aufgenommen. In einer eigens hergerichteten Station steht Platz für zunächst zehn Patienten zur Verfügung. Hier werden nach Überweisung des Hausarztes ältere Menschen behandelt, die therapiebedürftig sind, aber nicht zwingend stationär betreut werden müssen.

Das können Senioren sein, die aus vollstationärer Behandlung entlassen werden, aber noch weiter teilstationärer Unterstützung bedürfen, wie Chefarzt Dr. Thomas Vömel erklärt. Aufgenommen werden aber auch ältere Personen, die intensiverer Behandlung bedürfen, als sie zu Hause möglich ist. Das Behandlungsziel besteht darin, körperliche Beeinträchtigungen zu mindern beziehungsweise zu heilen, die Selbstständigkeit zu erhalten und mit etwaigen Einschränkungen umgehen zu lernen.

Die Patienten der Tagesklinik kommen morgens zur Behandlung ins Krankenhaus. Nachts und an Wochenenden sind sie zu Hause. Im Rahmen von Einzel- oder Gruppentherapien kümmert sich ein interprofessionelles Team von Ärzten, Pflegefachkräften, Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden und Sozialarbeitern um die Aktivierung und Förderung der eigenen Fähigkeiten. In der Tagesklinik stehen zur Unterstützung dieser Ziele unter anderem eine Küche, ein Lese- und ein Bastelraum zur Verfügung. Dort finden die betagten Patienten Erholung und Zerstreuung in den Therapiepausen, können aber auch gezielt auf die Wiedererlangung von Alltagsfertigkeiten trainiert werden.

Die Sorge um die älteren Menschen endet nicht zwingend mit ihrer Entlassung, wie Pflegedirektor Michael Blank unterstreicht. Das Krankenhaus achtet auch darauf, dass nach endgültiger Rückkehr der Senioren deren weitere Betreuung im häuslichen Umfeld gewährleistet ist. Die Erfahrung lehrt laut Blank, dass dies häufig nicht der Fall ist.

Die geriatrische Tagesklinik in Beckum ist die einzige Einrichtung ihrer Art im Kreisgebiet. Die Behandlung dort eignet sich besonders für Patienten, die einen Schlaganfall erlitten oder neurologische Funktionsausfälle haben, bei Verschleißerscheinungen des Bewegungsapparats, nach Amputationen, Brüchen oder Gelenkersatz, bei Spätfolgen von Stoffwechselerkrankungen, nach Stürzen und bei Gangunsicherheit. Auch chronische Schmerzsyndrome, entzündliche oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind therapierbar. Voraussetzung ist, dass der Patient motiviert und aktiv an der Therapie teilnehmen und die Anforderungen kognitiv umsetzen kann.

Die Patienten können vom behandelnden Arzt eingewiesen werden. Behandlungs- und Transportkosten übernehmen die Krankenkassen, wie das St.-Elisabeth-Hospital mitteilt.

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