Gericht ermöglicht Jagdverbot in Dalmer

Das Jagdverbot tritt zum 1. April in Kraft. Der Kreis Warendorf denkt allerdings noch über eine Berufung nach.

Da die Behörde ihm untersagt hatte, auf seinem Boden die Jagd ein für allemal abzublasen, hatte der Bauer den Kreis Warendorf in Münster verklagt. Der Landwirt hatte sich in der Verhandlung auf sein Gewissen berufen, um seine grundsätzliche Ablehnung zu rechtfertigen. Das ist seit einigen Jahren nach dem Bundesjagdgesetz möglich.

Das Verwaltungsgericht ließ sich von den Ausführungen des Klägers überzeugen. Den Landwirt erreichte die frohe Kunde seines Sieges am Donnerstag per Post. „Ich bin sehr froh darüber, dass das Gericht unsere ethischen Gründe und unsere Gewissenskonflikte anerkannt hat“, sagte er auf Anfrage. Ralf Holtstiege von der Warendorfer Kreisverwaltung gestand die vollständige juristische Niederlage seiner Behörde ein.

Denn das Verwaltungsgericht hat dem Kläger nicht nur die Befriedung der Flächen zugestanden, sondern auch den raschen Vollzug angeordnet, wie der Leiter des Ordnungsamts und damit der Unteren Jagdbehörde sagte. Schon zum 1. April sei die Pirsch auf Wildtiere einzustellen. Das bedeutet, dass selbst Revierinhaber mit darüber hinaus gültigen Pachtverträgen die Waffen strecken müssen.

Vier Wochen hat der Kreis Warendorf Zeit, um mit Rechtsmitteln gegen das Urteil vorzugehen. Seine Behörde denke darüber nach, ein Berufungsverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht anzustreben, sagte Holtstiege. Die Gründe seien dieselben geblieben, wie sie am Verwaltungsgericht vorgetragen worden seien. Es gebe Zweifel daran, dass der Landwirt zurecht moralische Bedenken geltend mache und dass ihn tatsächlich sein Gewissen plage.

Unterfüttert hatte der Kreis diese Einschätzung unter anderem mit dem Verweis auf ein Wildbret-Geschenk, das der Kläger von einem Jäger angenommen habe, und mit dem Umstand, dass der Landwirt selbst Tiere halte, die geschlachtet würden. Bevor der Kreis Warendorf über einen Antrag, für eine bestimmte Fläche ein Jagdverbot zuzulassen, entscheidet, gibt es übrigens ein umfangreiches Beteiligungsverfahren und eine Diskussion im Jagdbeirat.

Bei eindeutigen Fällen entspreche die Behörde dem Wunsch auf Befriedung, sagte Holtstiege. Als Beispiele nannte der Amtsleiter einen Antragsteller, der seit vielen Jahren bei den Umweltschützern von Greenpeace aktiv sei oder sich als Veganer komplett ohne Tierprodukte ernähre.

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