Gericht verhängt Bewährungsstrafe
Zur Bewährung ausgesetzt wurde vom Schöffengericht die Freiheitsstrafe gegen einen 40-jährigen Beckumer.

Trotz einer DNA-Analyse hatte der Angeklagte in der Hauptverhandlung vom 19. Juni nicht zweifelsfrei als Täter identifiziert werden können. Am Dienstag fand vor dem Schöffengericht Beckum der Fortsetzungstermin gegen den 40-Jährigen aus Beckum statt.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten zwei Straftaten vor. Es ging um eine Trunkenheitsfahrt unter Drogeneinfluss am 6. August 2015 und um den Vorwurf schwerer räuberischer Bedrohung am 7. August 2015.

Am letztgenannten Datum (die „Glocke“ berichtete) hatte der bis dahin nicht identifizierte Mann leicht vermummt in einem Supermarkt in Neubeckum die Kassiererin mit einem Messer bedroht und Bargeld verlangt. Als sich die Frau an der Kasse nicht einschüchtern ließ, entfernte sich der Angeklagte unverrichteter Dinge aus dem Supermarkt. Dort hinterließ er eine Einkaufstüte. Auf seiner Flucht verlor er einen Arbeitshandschuh, den er unterwegs wohl abgesteift hatte.

Bis auf die tatsächliche Identität des Täters war der Vorgang schon in der ersten Verhandlung nicht strittig. Eine erneute DNA-Analyse sollte deshalb belastbarere Beweise erbringen. Sie ergab erneut, dass sowohl der bewusste Handschuh als auch die am Tatort zurückgelassene Einkaufstüte und ihr Inhalt Eigentum des 40-Jährigen waren.

Die Verhandlung am Dienstag begann mit einer Überraschung. Der Angeklagte machte geltend: Falls er als Täter infrage käme, könne er sich in keiner Weise an den Vorgang erinnern. Er brachte eine Bescheinigung des St.-Elisabeth-Hospitals Beckum bei. Sie ergab, dass er am 6. August 2015 unter starkem Einfluss von Amphetaminen und Morphemen dort eingeliefert worden war. Er stand nach seiner Entlassung noch immer unter betäubender Wirkung.

Der Staatsanwalt und das Gericht gingen aufgrund der Einlassung des Angeklagten, sich nicht erinnern zu können, zusammen mit dem erneuten Gutachten davon aus: Der 40-Jährige ist der Gesuchte. Er war allerdings zum Tatzeitpunkt nur vermindert schuldfähig. Der Richter verhängte deshalb für beide angeklagten Straftaten die relativ niedrige Strafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung. Man habe dabei mildernd berücksichtig, dass die Straftaten schon zwei Jahre zurücklägen und dass der Verurteilte in diesen beiden Jahren sich als bemüht erwiesen habe, sich positiv in die Gesellschaft zu integrieren.

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