Gesamtschulpläne lassen aufhorchen
Lässt Beckums Schulpolitiker aufhorchen: Oelde will eine Gesamtschule gründen.

 Aber im Genehmigungsverfahren, so erinnert sie, sind die umliegenden Schulträger verbindlich zu beteiligen, bevor die Entscheidung bei der Bezirksregierung fällt. Damit ist die Stadt Beckum gleich doppelt im Boot. Als Kommune und Trägerin der örtlichen weiterführenden Schulen einerseits und als Mitglied des Gesamtschul-Zweckverbandes mit Ennigerloh andererseits. „Wir erwarten nun, dass die Stadt Oelde bald an uns herantritt“, erklärte Cappenberg mit Blick auf den eng gesteckten Zeitrahmen für das Genehmigungsverfahren.

Die Genehmigung einer Gesamtschule hängt maßgeblich davon ab, ob sie eine ausreichende Größe erwarten lässt, um eine tragfähige Sekundarstufe II zu bilden. Dabei zählt jeder Schüler. An den städtischen Beckumer Schulen hält sich der Anteil von Oelder Einpendlern allerdings in engen Grenzen. Und am Teilstandort Neubeckum der frisch gegründeten Gesamtschule wird gerade einmal ein Oelder Schüler unterrichtet.

Anders sieht es allerdings am Teilstandort Ennigerloh aus. Dort hat nicht zuletzt die rege Nachfrage aus Oelde an der Gesamtschule zur Gründung einer zunächst nicht geplanten fünften Eingangsklasse geführt. Ein Potenzial, auf das die junge Schule sicher auch künftig gerne zurückgriffe. Die Zweckverbandspartner werden sich bald auf eine gemeinsame Stellungnahme zu den Oelder Plänen zu verständigen haben.

Am Montag hatten sich zuerst der Fachausschuss und dann der Rat in Oelde mehrheitlich für die Gesamtschulgründung ausgesprochen. Beide Gremien folgten damit dem Votum der Oelder Eltern, das durch eine Befragung eingeholt worden war. Von den Angeschriebenen hatten sich 84 Prozent beteiligt, 763 Fragebögen wurden im Oelder Rathaus ausgewertet. Mit eindeutigem Ergebnis: 408 Eltern wünschten eine Gesamtschule, lediglich 35 sprachen sich für eine Sekundarschule aus. Der Rest lehnte beide Schulformen ab.

Bis zum 30. November muss die Verwaltung der Nachbarstadt nun den Antrag an die Bezirksregierung zur Errichtung der Gesamtschule formulieren. Kurz davor soll dem knappen Zeitplan zufolge der Rat am 26. November den offiziellen Errichtungsbeschluss fassen – gleichzeitig mit dem Beschluss zum Auslaufen von Haupt- und Realschule, die dann keine Schüler mehr aufnehmen werden.

 Den Elternwillen hatte zuvor Ulrike Lexis vom beauftragten Beratungsbüro Dr. Garbe und Lexis dargestellt. Selbst eine sogenannte „defensive Beurteilung“ des Befragungsergebnisses zeige eindeutig, dass allein die Gründung einer Gesamtschule in Oelde zu vertreten sei. Der Schulträger sei dem Gesetz nach nun sogar dazu verpflichtet. Diesen Argumenten beugt sich die CDU, die eigentlich eine Sekundarschule favorisiert hatte. Eine Gegenstimme kam aus der Union genau wie aus der FDP, von deren Vertreterin das Befragungsverfahren kritisiert wurde. FWG und Grüne sprachen sich ebenso dafür aus, dem bekundeten Elternwunsch zu folgen wie SPD und OZO. Tenor: Die Lösung mit Gesamtschule und Gymnasium halte Schüler in Oelde.

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