Grünes Licht für Elternbefragung im Rat
Nur geringfügig änderte der Rat gestern abend den Fragebogen zur Erhebung des Elternwillens nach den Ferien. Die FDP stimmte gegen das Formular. 

Einig zeigten sich die Beckumer Bürgervertreter darin, die Entscheidungskompetenz in Sachen Fragebogenaktion an sich zu ziehen. Zuvor hatte Fachbereichsleiterin Mechthild Cappenberg die Ratsmitglieder über ein Gespräch am Mittwoch bei der Bezirksregierung Münster informiert.

Dort ging es unter anderem um die Bestrebungen der Nachbarstadt Ennigerloh, eine eigene Gesamtschule zu gründen. Ein Wunsch, den man bei der Aufsichtsbehörde nachvollziehen kann. Allerdings, so wurde den Beckumern versichert, behalte man ihre Interessen ebenfalls im Blick. Sollte eine Änderung der Schullandschaft in Beckum geplant sein, empfehle sich die Wahl des gleichen Startjahres. Den Fragebogen zur Erhebung des Elternwillens in Beckum erklärte die Dezenrnentenrunde beim Regierungspräsidenten für gut.

Gleichzeitig wurde zu gewisser Eile gemahnt. Wie Mechthild Cappenberg berichtete, hält der Regierungspräsident eine Antragstellung nach vorbereitender Beschlussfassung und Abstimmung bis November für ratsam. Eine Parallelgründung von Gesamtschulen in Ennigerloh und Neubeckum schließe man vorbehaltlich einer Einzelfallprüfung in Münster nicht aus.

Die Art und Weise der zunächst fälligen Bedarfserhebung blieb im Rat nicht unumstritten. Die FDP verlangte per Antrag eine öffentliche Informationsveranstaltung vor der Elternbefragung, forderte ferner eine Gestaltung des Fragebogens ohne Infragestellung einer bestimmten Schule sowie die Vorabstimmung mit allen Schulen. Man habe im Grundsatz nichts gegen eine Befragung der Eltern, unterstütze sie sogar, wie Fraktionsvorsitzende Elisabeth Wieschebrink erläuterte.

Dennoch konnten sich die Liberalen mit ihrem Antrag ebensowenig durchsetzen wie die FWG mit ihrem Vorschlag, die Nennung Neubeckums als potenziellen Schulstandort aus dem Fragebogen zu streichen. Für die CDU hatte zuvor Fraktionschef Werner Knepper sein Bedauern darüber formuliert, dass seitens der Stadt Ennigerloh kein kommunaler Konsens in der Schulfrage zu erzielen sei. Eine Einschätzung, die Karsten Koch (SPD) teilte. Wie Knepper bezeichnete er die Durchführung der vorgeschlagenen Elternbefragung als richtige Entscheidung. Auch Gregor Stöppel (FWG) stimmte dem Verfahren zu. Er betrachtet es als Voraussetzung, die örtliche Schullandschaft bedarfsgerecht zu gestalten. Dem pflichtete auch Jutta Linnemann (Grüne) bei, die unterstrich, dass „niemand in Beckum gut funktionierende Schulen zerschlagen“ möchte.

SOCIAL BOOKMARKS