Gute alte Zeiten hautnah erlebt
Bild: Krogmeier
Utensilien aus alten Zeiten: (v. l.) Rami Alayana, Jannick Suchonos, Sophie Sterzer und Sarah Christine Schulzik bewundern die Sachen.
Bild: Krogmeier

Vor rund 100 Jahren bot sich in einem typischen Beckumer Arbeiterhaushalt dieses selbstverständliche Bild. An jedem Tag gut kochen, einmal pro Woche waschen, Kleider und Garten in Ordnung halten, Einkäufe erledigen und die Kinder erziehen, das waren nur einige der Aufgaben, die zum Alltag der Frauen in diesen längst vergangenen Zeiten gehört haben. Einen Tagesablauf im Leben dieser fiktiven Frau Steinkühler können die Kinder der dritten und vierten Klassen der Beckumer Grundschulen zurzeit hautnah miterleben. „Alte Zeiten – gute Zeiten?“, so lautet das Motto des museumspädagogischen Sonderprogramms, das gemeinsam vom Stadtmuseum und dem Museumsamt für Westfalen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe in Beckum angeboten wird.

„Wo stehen denn hier der Kühlschrank und die Spülmaschine?“, auf diese Frage der Grundschüler gibt es eine klare Antwort: Solche modernen Geräte hat es natürlich vor 100 Jahren nicht gegeben. „Jeden Tag kam der Milchmann“, erklärt Museumspädagogin Christa Heistermann den erstaunten Mädchen und Jungen, „die Milch musste damals am gleichen Tag verzehrt werden.“ Auch Wasserhahn und Spüle fehlen in der im Stadtmuseum aufgebauten Küche. „Damals gab es kein fließendes Wasser, es wurde vom Brunnen geholt und in einem Behälter auf dem mit Briketts beheizten Herd erhitzt“, berichtet Heistermann. Und natürlich gab es auch keinen Abfluss, das schmutzige Wasser musste also wieder per Eimer aus dem Haus gebracht werden.

Ein Badezimmer oder gar eine Dusche? Auch da ist Fehlanzeige angesagt. Vor 100 Jahren gab es eine Wanne zum Waschen, auch die stand in der Küche. Und einmal in der Woche, zumeist am Samstag, badete die ganze Familie darin – natürlich nacheinander und im gleichen Wasser.

Gekocht werden musste jeden Tag, und da kam Fleisch selten auf den Tisch. Und auf etwas Besonderes konnte sich die Familie eigentlich nur am Sonntag freuen. Da gab es schon einmal Nachtisch zum Essen: Omas Sonntagspudding mit Himbeersirup.

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