Hand in Hand gegen Fremdenhass
Bild: Wille
Sie wünschen sich, viele Gäste zu der Ausstellungseröffnung im Rahmen des Neubeckumer Aktivfests am Sonntag, 22. März, im Foyer des Rathauses begrüßen zu können: (v. l.) Joachim Derschka, Eugen Hopmann, Salman Icho, Georgette Issac, Nisreen Tabbab, Matthews Icho, Anna-Marie Koblentz und Maria Rüger. Die Ausstellung „Miteinander“ zeigt Fotos gelungener Integration in Neubeckum.
Bild: Wille

 Vor dem Hintergrund rechtsextremistischer Anschläge wie in Hanau und Halle könnte das Projekt, das sich für Integration starkmacht, nicht aktueller sein. Gemeinsame Gartenarbeit, Feiern mit gutem Essen, Hobbys wie Tanzen oder Fußball – Vereine, Initiativen und Einzelpersonen demonstrieren mit den bis zu 30 Fotos der Ausstellung, dass das Miteinander bereichernd ist. Die Motive sollen zeigen: In Neubeckum ist jeder willkommen – unabhängig von seiner Herkunft, seiner Religion, Hautfarbe, oder ob er ein Handicap hat. Den Besuchern der Schau soll klar werden: Es braucht nicht viel, sich mit Toleranz und Respekt zu begegnen. Entstanden sind die Fotos bei Veranstaltungen und Aktionen verschiedener Vereine. Auf den Auslöser gedrückt haben unterschiedliche Fotografen. Jedes Motiv wird mit einem kleinen Text der abgebildeten Personen versehen, und auch der Fotograf wird dort erwähnt.

„Ich liebe Neubeckum“

Salman Icho ist vor fünf Jahren mit seiner Familie aus Syrien geflüchtet. Nach einem kurzen Aufenthalt in Essen kam er nach Neubeckum. „Ich liebe Neubeckum“, sagt er mit einem breiten Lächeln im Gesicht. Er möchte einen Neuanfang wagen, sich wieder sicher fühlen. Schnell hat er sich integriert. Das haben ihm die Neubeckumer leicht gemacht. „Alle sind perfekt“, betont er. Im Verein „Anders Ackern“ hat er Halt gefunden, wird von den Mitgliedern und weiteren Neubeckumern tatkräftig unterstützt. Er genieße den Kontakt mit den Leuten, gemeinsame Veranstaltungen wie Kaffeetrinken und Grillen, sagt er. Ein Foto der Ausstellung zeigt ihn bei einem Fest, lächelnd schneidet er einen Kuchen an.

Flüchtling will Menschen helfen

Sein Sohn Matthews Icho hat in Syrien sein Abitur absolviert und dort vor dem Ausbruch des Kriegs auch ein Studium begonnen. „In Neubeckum wurden wir herzlich aufgenommen“, sagt er. Da sein Abitur in Deutschland anerkannt wurde, konnte er in Münster studieren. Schnell merkte er aber, dass er doch etwas anderes machen möchte. Er wechselte zum Rettungsdienst. „Nach dem, was ich in Syrien erlebt habe, möchte ich hier in Deutschland Menschen helfen, die in Notsituationen sind“, sagt er. Ein Foto der Ausstellung zeigt ihn bei der Arbeit im Rettungsdienst.

Ausstellungseröffnung am 22. März

Die Ausstellung wird am Sonntag, 22. März, um 13 Uhr im Rahmen des Aktivfests im Rathaus-Foyer eröffnet. Dort ist sie bis 18 Uhr zu sehen. Danach werden die Fotos bis zum 3. April in Schaufenstern in Neubeckum präsentiert.

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